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Mittel zum Leben

Die Landwirtschaftliche Fachschule Tamsweg hat erfolgreich Lebensmittelabfälle in der Schulküche reduziert. Damit kann die Schule Kosten einsparen. Und die Schüler essen nun bewusster, erfahren einen achtsamen Umgang mit Lebensmitteln. Wie die Schule das erreicht hat, lesen Sie hier!

Mittel zum Leben. Die Landwirtschaftliche Fachschule Tamsweg im Salzburger Lungau – seit Dezember 2016 mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert – bereitet ihre Schüler umfassend auf das Leben vor. Dazu gehört auch die Vermittlung, wie mit Lebensmitteln achtsam und verantwortlich umgegangen wird. Auch deshalb hat die Fachschule im Schuljahr 2016.2017 ein Projekt zur Reduktion von Lebensmittelabfällen in ihrer Schulküche durchgeführt. Es wurde vom engagierten Fachlehrer Ing. Mathias Gappmaier, BEd., angeregt und begleitet.

Schauen Sie sich das Video über die Schule hier an.

Landwirtschaftliche Fachschule Tamsweg - Speisesaal© Landwirtschaftliche Fachschule Tamsweg

Am Küchentisch. Und auf der Schulbank. Dazu hat Ing. Gappmaier den „Küchenprofi[t]“ (https://united-against-waste.at/kuechenprofit/) in die Schule eingeladen. Er analysierte vor Ort die Situation und gab anschließend Tipps für Optimierungen. Diese hatten das Ziel, Lebensmittelabfälle zu reduzieren und gleichzeitig Kosten einzusparen. Die Schüler wurden vor und nach dem Projekt informiert. Vor allem auch über die „nahrungstechnischen“ Ergebnisse – die sie ja unmittelbar betreffen, wie wir noch erfahren werden.

Lirum, larum, Löffelstiel. Die Schulküche produziert an einem Tag 150 reichhaltige Frühstücke. Zu Mittag braucht’s dann 170mal ein ausgewogenes Mittagsmenü. Und am Abend werden nochmals 100 Portionen frisch zubereitet. Da heißt es also den Kochlöffel schon kräftig zu schwingen! Dabei steht Regionales und Biologisches schon traditionell im Vordergrund.

Ziele erreicht. Gleich vorweg: Durch die vom „Küchenprofi[t]“ angeregten Änderungen können nun ca. 5.200 kg Lebensmittel und damit rund € 10.000,-- pro Schuljahr eingespart werden. Natürlich eine feine Sache!

Landwirtschaftliche Fachschule Tamsweg - Buffet© Landwirtschaftliche Fachschule Tamsweg

Portionen – selbstbestimmt. Erreicht werden die Einsparungen vor allem dadurch, dass sich die Schüler nun selbst die Speisen an einem Buffet wählen können. Und so die Portionen individuell bestimmen. Dazu war allerdings ein Umbau der Schulküche in den Sommerferien notwendig. Der sich garantiert auszahlt: Da jetzt jeder nur so viel nimmt, wie er essen kann, bleiben auch keine Reste mehr auf den Tellern!

Grünzeug zum Essen? Konkret wird zu Mittag ein Fleischgericht und ein vegetarisches Gericht angeboten. Letzteres wird von den Schülern – zu 95% junge Männer – sehr gut angenommen. Wobei durch die „Küchenprofi[t]“-Beratung auch die Speisenzubereitung optimiert werden konnte. Und: übriggebliebene Speisen werden am Abend selbstverständlich wieder angeboten. Etwaige Überbleibsel vom Abendessen stehen dann den Schülern in der großen Pause am nächsten Tag zur Verfügung. Dass schlussendlich kaum etwas nicht verspeist wird, ist klar. Weiters vorzüglich: Die Schüler trinken zu den Mahlzeiten reines Wasser! Zudem werden Biogetränke angeboten.

Landwirtschaftliche Fachschule Tamsweg - Salatbuffet© Landwirtschaftliche Fachschule Tamsweg


Iss was G‘scheit‘s! Auch werden nun noch mehr frische, saisonale, regionale Produkte in der Schulküche verwendet. „Der Bioanteil bei den angebotenen Speisen liegt mittlerweile schon bei knapp 60%. Regionale Produkte liefert die schuleigene Bio-Landwirtschaft“, erklärt Ing. Gappmaier.

Bio-Pluspunkte! Als Landwirtschaftliche Fachschule mit Schwerpunkt Land- und Forstwirtschaft hat man in Tamsweg was Frische und Regionalität der Lebensmittel betrifft, natürlich die Nase vorn: So werden die Kartoffel selbst angebaut, Frischmilch liefern die Kühe im schuleigenen Stall. Von dort stammt aber auch das in der Schulküche verarbeitete Fleisch (Schwein, Rind und Schaf). Frisches Brot und Gebäck liefern Bäcker der Marktgemeinde.

Eine runde Sache. Insgesamt also eine runde Sache: Den Schülern schmeckt’s. Ganz „nebenbei“ verinnerlichen sie den richtigen, sprich achtsamen Umgang mit Lebensmitteln. Aber sie „erfahren“ auch eine gesunde Ernährung! Und die Schule kann Kosten reduzieren. Auch die Wirtschaftsleitung sowie das Küchenpersonal erhielten durch den Besuch von „Küchenprofi[t]“ motivierende Impulse: „Es tut einfach gut, wenn dir auch einmal ein Profi von außen sagt, dass die Schule sehr engagiert und verantwortungsvoll arbeitet.“ Da können wir nur mehr „Mahlzeit!“ wünschen.

Weitere Infos zur Schule: http://www.lfs-tamsweg.at/