Recycling beginnt vor der Recyclinganlage
Die richtige Mülltrennung ist eine wichtige Voraussetzung für hochwertiges Recycling. Aktuelle Analysen des Restmülls aus Haushalten zeigen, dass hier noch großes Potenzial ungenutzt bleibt: Mehr als 50 Prozent des Restmülls könnten bei richtiger Trennung dem Recycling zugeführt werden.
Falsche Mülltrennung führt dabei nicht nur zum Verlust wertvoller Ressourcen, sondern kann auch sicherheitsrelevante Folgen haben. Besonders deutlich wird das bei falsch entsorgten Lithium-Batterien und -Akkus: Hochgerechnet gelangen in Österreich jährlich rund 17 Millionen Lithium-Batterien in den Restmüll, wie aktuelle Untersuchungen der Montanuniversität Leoben zeigen.
Für die kommunale Abfallwirtschaft ist diese Entwicklung nicht nur aus Sicht der Ressourcennutzung, sondern insbesondere aus sicherheitstechnischer Sicht relevant. Durch Beschädigungen oder Kurzschlüsse können Lithium-Batterien Brände verursachen. Das Gefährdungspotenzial betrifft die gesamte Entsorgungskette – von Sammelfahrzeugen und Umladestationen bis hin zu Sortier- und Abfallbehandlungsanlagen. Was im Einzelfall wie ein kleiner Fehlwurf aussieht, kann in der Summe zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko werden und die Funktionsfähigkeit der gesamten Abfallwirtschaft in Österreich gefährden.
Prävention setzt an der Quelle an: Jede richtig getrennt gesammelte Batterie trägt dazu bei, Sicherheitsrisiken im Restmüll und auch in anderen Stoffströmen, wie im Altpapier oder der Leichtverpackungssammlung, zu vermeiden und wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Getrennte Sammlung ist damit eine wesentliche Voraussetzung für Sicherheit und hochwertiges Recycling. Die kommunalen Sammelstellen selbst sind Teil des Sicherheitskonzepts. Dazu zählen geeignete Sammelbehälter, sichere Lagerbereiche, technische Maßnahmen zur Vermeidung von Kurzschlüssen und mechanischen Beschädigungen sowie die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter:innen. Damit sind Sammelstellen nicht nur Orte der Entsorgung, sondern auch wichtige Ansatzpunkte für Sicherheitsvorsorge und Information.
Entscheidend sind daher ein flächendeckendes Sammelsystem und eine kontinuierliche Information der Bevölkerung. Rund drei Viertel der Österreicher:innen nutzen zumindest einmal jährlich eine Sammelstelle1. Damit sind Abfallsammelzentren wichtige Kontaktpunkte für Information, Beratung und konkrete Handlungsanleitungen. Hier setzt die erstmals von 12. bis 17. Oktober 2026 stattfindende österreichweite „Aktionswoche gegen Batteriebrände“ an. Gemeinsam mit Gemeinden, Städten und Abfallwirtschaftsverbänden wird über die richtige Sammlung von Lithium-Batterien und Akkus informiert und für die Risiken sensibilisiert. Unterstützt wird die Aktionswoche durch „Her mit Leer“ und die österreichische Entsorgungswirtschaft.
Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht geeignete Rahmenbedingungen, leistungsfähige Sammelstrukturen und informierte Bürger:innen. Verantwortung tragen dabei die kommunale Abfallwirtschaft ebenso wie jede und jeder Einzelne. Denn hochwertiges Recycling beginnt nicht in der Recyclinganlage, sondern bereits dort, wo Abfallströme entstehen.
1 MARKET Marktforschungsinstituts für die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH: Werbekampagne EAG/Batterien & Akkus: Wirkkraft & resultierende Verhaltensänderungen
Über die ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände
Dieser Artikel entstand in Kooperation mit der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände. Die Arge AWV ist die Informationsdrehscheibe und Interessensvertretung von Gemeinden und Gemeindeverbänden mit rund 7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. In fachlicher Zusammenarbeit mit acht Landesdachorganisationen vertritt die Arge AWV die kommunale Abfallwirtschaft in Österreich. Die Arge AWV setzt sich für faire Rahmenbedingungen, eine nachhaltige Ressourcenwirtschaft sowie den Ausbau der kommunalen Verantwortung im Bereich der Kreislaufwirtschaft ein. Näheres finden sie unter: www.argeawv.at
Für Rückfragen:
DI Michael Bartmann (Bundeskoordinator)
ARGE österreichischer Abfallverbände
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