Repair: Der nachhaltige Weg aus der Wegwerfspirale
Repair – also das Warten, Instandsetzen und Weiterbenutzen von Produkten – ist eines der zentralen „R’s“ der Kreislaufwirtschaft, denn jedes reparierte Gerät spart wertvolle Rohstoffe, Energie und CO2-Emissionen, die bei der Produktion neuer Produkte entstehen würden. Gleichzeitig wird weniger Müll erzeugt.
Schon beim Kauf kann darauf geachtet werden, wie gut ein Produkt reparierbar ist. Können Akkus oder Einzelteile ausgetauscht werden? Gibt es Ersatzteile? Sind Reparaturanleitungen verfügbar? Wer langlebige und reparaturfreundliche Produkte wählt, reduziert Abfall und Umweltbelastungen und spart langfristig Geld.
Oft geht mehr, als man denkt
Viele kleinere Reparaturen lassen sich sogar selbst durchführen. Online-Anleitungen, Videos oder Repair-Communities helfen dabei, Geräte wieder funktionstüchtig zu machen.
Und wenn die Reparatur doch Fachwissen benötigt, gibt es mittlerweile zahlreiche Angebote und Unterstützungen.
Repair Cafés und Festivals: Gemeinsam reparieren statt wegwerfen
Repair Cafés leisten einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Bei diesen meist ehrenamtlich organisierten Initiativen werden kaputte Alltagsgegenstände gemeinschaftlich und kostenlos repariert.
Wie groß das Interesse daran ist, zeigt eine Studie der Arbeiterkammer:
2024 haben in Österreich über 860 Repair-Veranstaltungen an 227 Standorten stattgefunden, bei denen von rund 16.000 defekten Geräten mehr als zwei Drittel erfolgreich repariert werden konnten.
Repair Cafés sind dabei weit mehr als nur Reparaturorte: Sie fördern Wissen, Gemeinschaft und einen bewussteren Umgang mit Ressourcen.
Geräte-Retter-Prämie: Reparieren wird gefördert
Insbesondere Elektroschrott zählt weltweit zu den am stärksten wachsenden Abfallströmen. Die Förderaktion Geräte-Retter-Prämie des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) bietet ein wichtiges Instrument, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Reparatur-, Service- und Wartungsarbeiten an Elektro- und Elektronikgeräten werden mit bis zu 50 % der Kosten beziehungsweise maximal 130 Euro pro Reparaturvorgang gefördert.
Die Förderung verfolgt ein klares Ziel: Die Lebensdauer von Elektro- und Elektronikgeräten soll verlängert und Abfall reduziert werden. Gleichzeitig stärkt die Initiative regionale Reparaturbetriebe und schafft wieder mehr Bewusstsein dafür, dass Reparieren eine echte Alternative zum Neukauf ist.
Der Ablauf ist unkompliziert: Privatpersonen können online einen Bon erstellen, diesen bei einem der angeführten Partnerbetriebe einlösen und erhalten nach der Einreichung den geförderten Betrag direkt auf ihr Konto zurück. Alle Informationen zur Förderaktion inklusive der Liste förderfähiger Geräte finden Sie hier: www.geräte-retter-prämie.at
Seit Start der Förderaktion Mitte Jänner 2026 wurden bereits über 100.000 Bons generiert.
Right to Repair: Das Recht auf Reparatur stärken
Oft scheitert eine Reparatur heute nicht am Defekt selbst, sondern daran, dass Ersatzteile fehlen, Reparaturen unverhältnismäßig teuer sind oder Produkte bewusst schwer reparierbar gestaltet werden. Genau hier setzt das sogenannte „Right to Repair“ (das Recht auf Reparatur) an.
Die EU-Richtlinie, soll diese Hürden abbauen und Reparaturen künftig während- sowie außerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfristen einfacher und attraktiver machen. Die Hersteller:innen sollen beispielsweise dazu verpflichtet werden, Ersatzteile bereitzustellen, und müssen über Reparaturrechte informieren. Die EU-Mitgliedstaaten sind gerade dabei, die Anforderungen der Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.
Reparieren = Verlängerung der Lebensdauer
Reparaturen erscheinen oft zu teuer, zu kompliziert oder schlicht nicht mehr lohnenswert. Statt Dinge wieder instand zu setzen, werden sie häufig ersetzt. Ein Standard, der zur Normalität geworden ist, jedoch gravierende Folgen für Umwelt und Ressourcen hat.
Im Sinne der Kreislaufwirtschaft braucht es deshalb ein Umdenken: weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu einer Kultur des Erhaltens, Reparierens und Weiterverwendens.
