Frauen mit E-Bikes vor Tauernhof
© Hotel Tauernhof

Best practice - umweltfreundlich in den Urlaub

Der Verkehr ist eine der größten Umweltbelastungen, die der Tourismus verursacht. Die An- und Abreise sowie die Mobilität am Urlaubsort können auch umweltfreundlich gestaltet werden, wenn man sich darauf einlässt und nicht wie selbstverständlich hinters Lenkrad klemmt.

Es gibt tausend Gründe, warum man bei der Fahrt in den Urlaub nicht auf das Auto verzichten möchte. Und alle sind richtig. Man ist unabhängig, man kann mehr Reisegepäck mitnehmen und muss nicht alles schleppen, man ist am Urlaubsort selbst mobil, ohne sich mühsam seine Wege organisieren zu müssen und vieles mehr. 

Erst wenn man es einmal ohne Auto probiert hat, kann man einen Vergleich ziehen. Man wird sehen, wie entspannend es ist, im Zug zu sitzen, ein Buch zu lesen oder einen Kaffee im Speisewagen zu genießen. Hotels, die mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet sind, unterstützen die öffentliche Anreise durch ein Abholservice, aber auch durch spezielle Preisvorteile oder kleine Anerkennungsgeschenke. 

Am Urlaubsort selbst sorgen dann vor allem in den Hauptsaisonen verstärkt eingesetzte Regionalbusse, Ausflugsbusse oder Abholservices dafür, dass man seine Ziele bequem erreicht. In den Umweltzeichen-Hotels gibt es dafür die detaillierten Informationen. Und wenn man einmal individuell unterwegs sein will, bieten die Häuser Fahrräder und meist auch schon E-Bikes zum Ausleihen an. Manche Betriebe stellen ihren Gästen sogar Elektroautos zur Verfügung. Da kann man im Urlaub dann einmal zwanglos diese neue Technologie kennenlernen. 

Vor den Vorhang 

Wer zum Trattlerhof nach Bad Kleinkirchheim ohne Auto anreist, wird vom Bahnhof Spittal oder Villach abgeholt. Entweder mit einem Shuttlebus oder mit dem hauseigenen Elektroauto, einem Mercedes A-Klasse E-cell. Doch auch wer selbst mit dem Auto kommt, kann dies klimaneutral tun. „Auf unserer Website ist ein Rechner, mit dem jeder Gast die CO2 Bilanz der Anreise ermitteln kann. Wir bieten dann kostenlos CO2 Zertifikate aus der Überschussproduktion unseres Wasserkraftwerkes“, schildert Jakob Forstnig, dem das klimaneutrale Wirtschaften ein besonderes Anliegen ist.

Mit dem E-Bike zum Hotel Trattlerhof
© Hotel Trattlerhof

2014 hat er auch die Heizung auf Biowärme umgestellt, seither kommt nur mehr erneuerbare Energie ins Haus. 
Wer ohne eigenes Auto in Bad Kleinkirchheim urlaubt, findet mit dem Ski-Thermen-Bus im Winter und dem Wander-Thermen-Bus im Sommer ein perfektes und noch dazu kostenloses öffentliches Angebot. Der Bus im Sommer fährt die Ausgangs- und Endpunkte der Wanderrouten an. Wenn man eine Tour geht, muss man nicht zum selben Ausgangspunkt zurück. Forstnig ergänzt dieses Angebot mit Fahrrädern und E-Bikes, die man sich im Trattlerhof ausleihen kann. Auch das Elektroauto kann man sich ausborgen. Zum Testen sogar eine Stunde lang gratis. Geladen werden die E-Fahrzeuge an den hauseigenen Ladestationen beim Hotel oder in seiner „kulinarischen Außenstelle“, dem Hüttenrestaurant „Einkehr“. Geladen wird selbstverständlich hauseigener Ökostrom.

Umweltfreundlich unterwegs in der Vila Vita Pannonia
© Vila Vita Pannonia

Im burgenländischen Pamhagen, direkt am Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel liegt das VILA VITA Hotel und Feriendorf Pannonia. Ganze 650 Fahrräder für Erkundungstouren in den direkt angrenzenden Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel oder für Fahrten in dem über 200 Hektar großen Feriendorf können sich die Gäste ausleihen. „Wir sehen zunehmend einen Trend in Richtung Elektrifizierung der Mobilität“, berichtet Geschäftsführer Bert Jandl. Dafür hat sich das Hotel gerüstet. Jandl: „2013 haben wir bereits eine Stromtankstelle errichtet und Parkplätze für E-Fahrzeuge reserviert. Gäste, die mit Elektroautos oder E-Bikes kommen, können hier gratis laden.“ Zusätzlich dazu richtet Tesla Motors beim Hotel noch eine Schnelladerstation ein. Elektrisch betriebene oder zumindest unterstützende Fahrzeuge werden von den Gästen auch gerne ausgeliehen. Neben den schon standardmäßigen E-Bikes erfreuen sich die drei SolarFunCars für Ausflüge in die Umgebung großer Beliebtheit. 

Sonnenuntergang in den Bergen
© OE Werbung / Franz Bischof
  

Abseits der technischen Entwicklung erfreut sich das Wandern als die umweltfreundlichste Art der Mobilität immer stärkerer Beliebtheit. „Wandern“ liegt laut einer aktuellen Umfrage der Österreich Werbung unter 35.000 Gästen aus 19 Nationen sogar auf Platz eins als beliebteste Urlaubsaktivität, gefolgt von „Spazieren gehen“, was man als etwas gemütlicheres Wandern durchgehen lassen könnte. 

Die Gruppe der Wanderhotels mit 66 Häusern in Österreich, Deutschland und Italien hat diesen Trend schon früh erkannt. Erfahrene Wanderexperten bieten den Gästen Unterstützung bei der Tourenplanung und begleiten sie bei speziellen Touren. Auf denen sie ihnen die schönsten Plätze ihrer Heimat zeigen. Von der Familienwanderung, über die kulinarische Genusswanderung bis hin zu „Wandern für Faule“ und ausgewählten Gipfeltouren ist alles im Programm, was die individuelle Wanderslust steigen lässt. Rucksäcke, Wanderstöcke, Kindertragen etc. können natürlich kostenlos – je nach Verfügbarkeit – ausgeborgt werden. Die beiden Wanderhotels Kirchner in Mühlbach am Wildkogel und Gassner in Neukirchen am Großvenediger sind mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Beide liegen am Eingangstor zum Nationalpark Hohe Tauern, wo sich die Bergwelt von einer ihrer ursprünglichsten Seiten zeigt.