Mit den 10 R`s der Kreislaufwirtschaft ins neue Jahr 2026
In einer kreislauforientierten Wirtschaft wird der Wert von Produkten, Materialien und Ressourcen entlang der 10 R’s so lange wie möglich erhalten. Ziel ist es Abfälle und Umweltbelastungen konsequent zu minimieren und den Ressourcenverbrauch innerhalb der planetaren Grenzen zu halten.
Zentrale Elemente der Kreislaufwirtschaft sind eine zirkuläre Produktgestaltung und -politik, die auf lange Nutzungsdauern, Wiederverwendung, Reparatur, Aufarbeitung und Recycling ausgerichtet ist. Angesetzt wird dabei bereits bei der Rohstoffgewinnung und Produktentwicklung indem umweltverträgliche, recycelte, recycelbare oder erneuerbare Materialien eingesetzt und somit Material, Energie und Abfall reduziert werden. Voraussetzung ist außerdem eine möglichst ressourceneffiziente und schadstoffarme Produktion, wobei bevorzugt Sekundärrohstoffe oder erneuerbare Rohstoffe eingesetzt werden. Dadurch werden Produktlebenszyklen verlängert und der Einsatz von Primärrohstoffen deutlich reduziert.
Während der Nutzungsphase sollen Produkte möglichst lange oder intensiv verwendet werden. Am Ende ihrer Lebensdauer werden sie, sofern möglich, wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt und stofflich verwertet. Erst wenn keine weitere Nutzung möglich ist, erfolgt eine energetische Verwertung oder, als letzte Option, die Deponierung. Auf diese Weise werden technische und biologische Kreisläufe optimiert und der Ressourcenverbrauch insgesamt nachhaltig gesenkt.
Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium unter Einbindung zahlreicher Stakeholder eine nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (PDF, 942 KB) erarbeitet und im Dezember 2022 im Ministerrat beschlossen. Sie steht in Kohärenz mit den EU-Aktionsplänen zur Kreislaufwirtschaft und bildet die Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung konkreter Maßnahmen für eine Transformation der österreichischen Wirtschaft und Gesellschaft. Ziel ist die Etablierung einer ressourceneffizienten und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bis 2050.
Die Strategie fokussiert sieben Transformationsschwerpunkte: 1. Bauwirtschaft & Infrastruktur, 2. Mobilität, 3. Kunststoffe & Verpackungen, 4. Textilwirtschaft, 5. IKT, Elektro- & Elektronikgeräte, 6. Biomasse, 7. Abfälle und Sekundärressourcen.
Mit der Forcierung der Kreislaufwirtschaft wird auch der Technologie-, Wirtschafts-, und Industriestandort Österreichs gestärkt. Gleichzeitig leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der nationalen und internationalen Klima- und Umweltziele.
Zentralen mittel- und langfristigen Ziele der Strategie

In der österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie sind nach Potting et al. eine Reihe von Grundsätzen für ein funktionierendes zirkuläres Wirtschaftssystem von zentraler Bedeutung. Diese sogenannten R-Grundsätze bezeichnen die zugrundeliegende Strategie zur Vermeidung von Abfall, sowie der Verlängerung und Schließung von Stoffkreisläufen. In Abbildung 2 werden sie im Überblick dargestellt und nach ihrer Bedeutung für die Kreislaufwirtschaft in absteigender Reihenfolge gelistet.

Die Umsetzung einer nachhaltigen, ressourcen-effizienten Kreislaufwirtschaft in Österreich bringt ökologische, ökonomische und soziale Vorteile: Sie reduziert den Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen, steigert Wertschöpfung und Versorgungssicherheit, schafft neue Arbeitsplätze und fördert Innovation rund um die Entstehung neuer Konsummuster und Geschäftsmodelle. Zudem werden Angebot und Nachfrage von zirkulären Produkten, Sekundärresourcen und Materialen gesteigert, womit strategische Abhängigkeiten von internationalen Rohstoffflüssen und politisch instabilen Ländern verringert werden.
In den nächsten Monaten des Jahres 2026 werden uns die R-Grundsätze der Kreislaufwirtschaft im Zusammenhang mit dem Österreichischen Umweltzeichen begleiten!
