Mit Umweltzeichen ausgezeichneter Schuh
© think Schuhe

Woher kommen unsere Schuhe?

49 Millionen Paar Schuhe werden jährlich in Österreich gekauft. Bei der Herstellung stehen Ausbeutung von Arbeitskräften, Gesundheitsgefährdung und Umweltverschmutzung an der Tagesordnung.

14 Milliarden Paar Lederschuhe werden im Jahr produziert, Frauen kaufen zwei- bis dreimal so viele Schuhe wie Männer. Der Großteil wird in asiatischen Fabriken hergestellt, China nimmt mit 8 Milliarden Paar den Spitzenplatz unter den Produzenten ein. Zum Vergleich: In Österreich werden jährlich rund 1,8 Millionen Paar Schuhe produziert. Eines der größten Probleme in schuhproduzierenden Ländern sind die niedrigen Löhne. Selbst wenn Arbeiter den rechtlichen Mindestlohn bezahlt bekommen, können sie davon oft nicht leben. In China beträgt der Mindestlohn nur die Hälfte von dem, was für ein menschenwürdiges Leben nötig wäre, in Bangladesch nur ein Fünftel. Im Süden von Indien sind es vorwiegend Frauen, aber auch ganze Familien, die in Heimarbeit die Schuhe zusammennähen. Pro gefertigtem Paar Schuhe werden maximal 20 Cent bezahlt, pro Tag schafft eine Näherin rund zehn Paare. Auch in den Schuhfabriken ist die Lage nicht besser: hier wird sechs Tage die Wochen zu je acht Stunden gearbeitet, für einen Monatslohn von maximal 70 Euro.

Gesundheitsgefährdung durch Chrom

Das Leder für unsere Schuhe kommt oft aus Rinderfarmen in Brasilien, wo Arbeiter in sklavenähnlichen Arbeitsbeziehungen gehalten werden. Für das Weideland werden Regenwälder abgeholzt. In Indien, einem der größten Herstellerländer von Rinderhäuten, kommt es zu grausamer Misshandlung von Rindern (siehe Konsument 4/2012). Und nicht zuletzt kommt bei der Herstellung von Lederschuhen meist Chrom zum Einsatz: Die Gerbung mit Chrom-III-Salzen ist weltweit die gängigste Methode, obwohl sie Risiken für Umwelt und Gesundheit birgt. Gesundheitsgefährdend ist sie vor allem dann, wenn es dabei zur unerwünschten Bildung von Chrom VI-Verbindungen kommt. Bei der Produktion von 500 Kilogramm Leder fallen im Schnitt bis zu 250 Kilogramm Chemikalien an, so das Deutsche Umweltbundesamt. Besonders schlimm sind die Bedingungen für Arbeiter in Indien, Bangladesch und Nepal. 40 Prozent der Gerbereiarbeiter leiden unter Hautkrankheiten, Asthma oder anderen Beeinträchtigungen. Rund um indische Gerbereien wurden im Grundwasser und Boden hohe Konzentrationen von Chrom nachgewiesen, verursacht durch die „Entsorgung" von Rinderhäuten mit dem noch stark mit Chrom kontaminierten Abwasser.

Schuhe mit dem Umweltzeichen werden nicht nur bei der Endfertigung geprüft – auch die Herstellung der Ausgangsmaterialien ist nachweislich umweltschonend. Zusätzlich führen anspruchsvolle soziale Kriterien in der Produktion zu einer ausgezeichneten Qualität der Produkte ohne Gesundheitsgefährdung für den Konsumenten.

Schuhe, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet sind,

  • bestehen aus chromfrei gegerbtem Leder,
  • werden ohne PVC und perflourierte Chemikalien hergestellt,
  • Enthalten nur geringe Mengen sonstiger gesundheits- oder umweltbelastender Chemikalien oder Schwermetalle,
  • werden in Fabriken genäht und geklebt, deren Arbeitssicherheit und soziale Bedingungen hohe Standards erfüllen und
  • Entstehen in einem Produktionsprozess, der umfassende Umweltstandards erfüllt und einen geringeren Wasser- und Chemikalienverbrauch aufweist.

Die Chilli Schnürer der Marke Think!, einem Tochterunternehmen von Legero, sind die ersten Schuhe, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet wurden. Für weitere Informationen siehe auch die Aktion „Change your Shoes“ der Clean Clothes Kampagne.

Links http://www.cleanclothes.at/schuhe/ https://www.global2000.at/change-your-shoes

Konsument: Chilli Schnürer http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=318894994950

Konsument: Kinderschuhe http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=318896859903