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Nachlese: Wie die SDGs als Kompass für Nachhaltige Investitionen dienen können

Das Umweltzeichen-Webinar am 1. Dezember 2025 aus der Reihe „Grünes Geld für Grüne Investitionen“ beschäftigte sich mit den SDGs und wie diese als Kompass für Nachhaltige Investitionen dienen können.

Die Sustainable Development Goals (SDGs) haben ihr 10-jähriges Jubiläum. Im Jahr 2015 wurden sie von allen 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen als globaler Fahrplan für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 beschlossen, darunter auch Österreich. Die 17 Ziele der SDGs umfassen zentrale Themen wie Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit, Klima- und Umweltschutz, nachhaltiges Wirtschaften, Frieden sowie globale Partnerschaften. Sie richten sich primär an Regierungen bzw. Staaten, aber auch Unternehmen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft können ihren Beitrag zu den SDGs leisten. Die Finanzbranche nutzt die SDGs ebenfalls gerne als Orientierungsrahmen, um Kapital in zukunftsfähige Unternehmen zu lenken.

Im ersten Beitrag gab Anja Appel, Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz und Mitglied der SDG-Watch Steuerungsgruppe, eine Bestandsaufnahme und einen Zukunftsausblick zu den SDGs. Auch wenn es teilweise Erfolge zu verzeichnen gibt, fällt die Zwischenbilanz insgesamt ernüchternd aus. So ist beispielsweise die Zahl der hungernden Menschen seit 2015 weltweit gestiegen und lag 2023 bei 735 Millionen. Für die Umsetzung der Agenda 2030 fehlen jedes Jahr 3-5 Billionen US-Dollar. Anja Appel zeigte auch mögliche Szenarien für die Zeit nach 2030 auf. Ein Szenario besteht in einer Fortsetzung bis 2040 mit kleinen Adaptionen. Ein anderes Szenario könnte aber auch in eine Zersplitterung von einzelnen regionalen Agenden bis hin zu einem ambitionierten Re-Design der SDGs führen.

Welche Rolle die SDGs im Österreichischen Umweltzeichen haben, erläuterte Susanne Hasenhüttl, Sustainable Finance Expertin in der ÖGUT. Sie übernahm die Präsentation von Raphael Fink, Projektleiter des österreichischen Umweltzeichens für nachhaltige Finanzprodukte (UZ 49) beim VKI, der leider kurzfristig verhindert war. Die SDGs werden in der Umweltzeichenrichtlinie 49 explizit für die ESG-Bewertung von Unternehmen und insbesondere Staaten berücksichtigt. Aber z.B. auch bei zertifizierten Green Bonds werden sie als Positivkriterien auf Projektebene bzw. in der Second Party Opinion und im Reporting genutzt. Infolge der Breite der SDGs bieten sie viel Flexibilität, konkrete Schwellenwertkriterien gibt es jedoch keine.

Im nächsten Beitrag stellte Pia Sauerborn, Gesellschafterin und Prokuristin der CSR Beratungsgesellschaft mbh, den CSR Bond Focus SDG Fonds vor. Dabei handelt es sich um eine Kapitalanlage mit Nachhaltigkeitszielen im Anleihenbereich. Der Fonds investiert schwerpunktmäßig in Unternehmensanleihen, die nachweislich eine positive Wirkung auf die SDGs haben. Der Fonds ist mit dem Umweltzeichen zertifiziert und erfüllt dementsprechend die geforderten Ausschlusskriterien. Die Nachhaltigkeitsratingagentur EthiFinance ermittelt die SDG-Ergebnisse zu den jeweiligen Titeln.

Zum Abschluss gewährte Marita Hofer, Vorständin der Allianz Vorsorge- und Pensionskasse, einen Einblick in die SDG-Impactmessung der Allianz Vorsorgekasse. Mit Unterstützung der Nachhaltigkeitsresearchagentur ESG Plus werden die positiven und negativen Einflüsse des eigen- und fremdverwalteten Portfolios auf die 17 SDGs gemessen. Hier zeigt sich, dass die einzelnen Unternehmen gleichzeitig einen positiven, wie auch einen negativen Beitrag auf unterschiedliche SDGs haben können. Die SDG-Impactmessung bietet der Allianz Vorsorgekasse auch Ansatzpunkte für ihre Engagementaktivitäten, z.B. bei den schlechtesten Unternehmen mit Fokus auf Biodiversität (SDG 14 und 15).

Durch das Webinar führte Katharina Muner-Sammer, Sustainable Finance Expertin in der ÖGUT. Sie bedankte sich bei allen Referentinnen für ihre spannenden Beiträge und bei den Teilnehmer:innen für ihr Interesse.

Weitere Webinare in diesem Format sind auch für 2026 geplant. Alle bereits stattgefundenen Webinare stehen auf der ÖGUT-Website als Aufzeichnung zur Verfügung, Ankündigungen zu kommenden Terminen finden sich ebenfalls auf dieser Seite: Das Umweltzeichen für Nachhaltige Finanzprodukte im Kontext aktueller Entwicklungen | ÖGUT

Autorin: Katharina Muner-Sammer, ÖGUT

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