Kinder halten einen Baum
© NP Gesäuse

Kindergarten goes Nationalpark

„Es ist spannend, die Natur quasi mit Kinder-Augen wieder ‚neu‘ zu entdecken!“,Das Ziel der Nationalparks ist, Begeisterung für die Natur zu wecken und den Kindern positive Erlebnisse in der Natur zu ermöglichen“,

„Es ist spannend, die Natur quasi mit Kinder-Augen wieder ‚neu‘ zu entdecken!“, erzählt Natascha Moritz-Pfabigan, Ranger im Nationalpark Thayatal. „Unsere Ziele sind immer, Begeisterung für die Natur zu wecken und den Kindern positive Erlebnisse in der Natur zu ermöglichen“, erklärt Mag.a Johanna Eisank vom Nationalpark Gesäuse. Kindergartenkinder sind also in österreichischen Nationalparks herzlich willkommen!

Bereits im Kindergarten müssen Kinder Aktivitäten erleben, bei denen sie eine Kultur der Nachhaltigkeit erlernen und erproben können. Denn damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie später als Erwachsene Beiträge dazu leisten, eine nachhaltige Gesellschaft zu entwickeln.

Es ist daher sehr wichtig, dass auch österreichische Nationalparks entsprechende Formate für Kindergartengruppen anbieten. Und die Kinder von innovativen, engagierten Rangern betreut werden. Wir haben uns dazu stellvertretend in den umweltzeichenzertifizierten Nationalparks Gesäuse und Thayatal informiert.

Auf die Kids aus dem Kindergarten zugeschnitten. „Wir sind besonders stolz auf unser phantastisches, spezifisches Programm für regionale Kindergärten. Unsere Projektleiterin, Mag.a Johanna Eisank, ist in dieser Hinsicht äußerst bemüht und erfolgreich in der Umsetzung“ freut sich DI Martin Hartmann, Leiter des Fachbereichs Natur- und Umweltbildung im Nationalpark Gesäuse (www.nationalpark.co.at).

Nationalpark-Partner-Kindergärten. Mag.a Johanna Eisank erzählt uns: „Mit zwei örtlichen Institutionen, den Nationalpark-Partner-Kindergärten in Admont und Hall, pflegen wir einen regelmäßigen Austausch. Dazu greifen wir Themen auf, die derzeit im Kindergarten aktuell sind und vertiefen sie im Rahmen von Waldexkursionen. Mit den Kindern aus Admont gehen wir pro Gruppe fünfmal im Jahr in den Wald. Und mit dem Kindergarten Hall alle zwei Wochen.“

Geschichten vom Wald und seinen Tieren. „Dabei arbeiten wir im Rhythmus der Jahreszeiten sehr viel mit Erzählungen, Bewegung und Anschauungsmaterial. Die Kinder sollen die Natur mit offenen Augen betrachten und selbst entdecken.“

Spontaner Entdecker-Drang und Forscher-Geist. „Unsere Nationalpark-Ranger sind von der Arbeit mit Kindergartenkindern begeistert. In diesem Alter haben die Kinder noch einen natürlichen Entdeckerdrang und Forschergeist. Sie sind sehr begeisterungsfähig. Und wenn auch wir Ranger diese Begeisterung ausstrahlen, dann sind die Kinder Feuer und Flamme. Das geplante Programm muss oft durch eine Entdeckung der Kinder im Wald über Bord geworfen werden, und die Richtung wird eine ganz andere als geplant. Da heißt es für uns Ranger, spontan zu sein. Trotzdem gehen wir aus solchen Exkursionen mit viel Energie heraus, weil wir sehen, dass es Sinn macht.“

Bub untersucht mittels Lupe den Waldboden

© NP Gesäuse

Mit dem ThayaToni unterwegs. Auch im Nationalpark Thayatal (www.np-thayatal.at) gibt es für Kindergärten spezielle Programme: „Mit ThayaToni am Bach“, „Die Tiere des Waldes“ und „Der Wildkatze auf der Spur“ werden sie anschaulich genannt. „Bei diesen sind vorrangige Ziele eine Sensibilisierung bzw. Interessensförderung für die Natur. Weiters wird Respekt für die Natur vermittelt – eine wesentliche Voraussetzung für eine Auseinandersetzung mit dem Naturschutzgedanken. Der Abbau von Berührungsängsten und die Anleitung zum genauen Beobachten stehen ebenso am Programm. Und – es soll vor allem Spaß machen!“ beschreibt Mag.a Claudia Waitzbauer ihre pädagogischen Ziele. Sie ist im Nationalpark Thayatal für Natur- und Umweltbildung sowie das Österreichische Umweltzeichen zuständig. „Unsere Programme werden sowohl von Kindergärten aus der Region als auch aus Wien sehr gerne in Anspruch genommen. Aufgrund der längeren Anfahrt verbringen Wiener Kindergärten den ganzen Tag im Nationalpark.“

Intensive Betreuung. Auch der Nationalpark Thayatal kooperiert mit einem Partner-Kindergarten: „Wir arbeiten seit 2015 mit dem lokalen Kindergarten in Pleissing zusammen. Ich selbst betreue viermal pro Jahr Workshops im Kindergarten. Wir besuchen die beiden Gruppen und gestalten mit viel Anschauungsmaterial ein Programm zu den naturräumlichen Besonderheiten der jeweiligen Jahreszeit. Im Mai oder Juni kommt dann der Kindergarten zu uns auf Besuch“, beschreibt Mag.a Waitzbauer die Zusammenarbeit.

Kinder beobachten Bäume

© NP Thayatal

Funken-Sprünge! Nicht nur den Kids, auch den Nationalpark-Rangern im Thayatal geht es dabei gut: „Es ist schön zu erleben, wie die Kinder begeistert auf Entdeckungsreise gehen und uns Rangern interessante Fragen stellen.“ – „Unglaublich wie wenig es in der Natur braucht, um die Neugierde der Kinder zu wecken. Schön zu erleben, wie dieser Funke auf einen selbst überspringt!“ Und auch die positiven Rückmeldungen aus den Kindergärten bestätigen den richtigen Weg des Nationalparks Thayatal in Sachen Kindergarten-Formate: „Ruhige, angenehme kindgerechte Erklärungen!“ – „Gute Mischung aus Info und Aktivitäten der Kinder.“

Ergebnisse. Klar ist, dass Kindergartenkinder durch den Besuch eines Nationalparks ein höheres Level an Verantwortungsbewusstsein für Umwelt und Mitmenschen erreichen. Darum sind pädagogische Formate für Kindergärten in österreichischen Nationalparks so wertvoll!