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Klimaschutz an österreichischen Schulen

Klimaschutz an Schulen umfasst Vermittlung von Wissen, aber auch konkrete Maßnahmen, die Klimaschutz realisieren und die SchülerInnen damit nachhaltig sensibilisieren.

Klimaschutz an österreichischen Schulen umfasst Vermittlung von entsprechendem Wissen an die SchülerInnen, aber auch konkrete Maßnahmen an den Bildungseinrichtungen, die Klimaschutz realisieren und die SchülerInnen damit nachhaltig sensibilisieren.

Ökologisch vorbildlich agierende Schulen in Österreich erfüllen staatlich vorgegebene Umweltkriterien. Und dokumentieren dies nach außen sichtbar durch das Österreichische Umweltzeichen, das sie nach strenger Prüfung erhalten. Umweltbildung, umweltorientiertes Handeln, Förderung eines sozialen Schulklimas, aber auch Klimaschutz haben in den Umweltzeichen-Schulen oberste Priorität. Wie schulischer Klimaschutz funktioniert, haben wir uns an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein und an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt 1 in Klagenfurt näher angeschaut.

© HBLFA Raumberg Gumpenstein

Die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein in der Steiermark führt seit 2015 das Österreichische Umweltzeichen (http://www.raumberg-gumpenstein.at). Damit wird die an der Schule praktizierte Ökologie und Nachhaltigkeit gewürdigt, aber auch entsprechend nach außen kommuniziert. An der Schule – ein Zentrum für Bildung und Forschung im ländlichen Raum – sind auch die Forschungsbereiche „Bio-Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere“ sowie „Ökoeffizienz“ beheimatet.

Klimafite Schule. Mit dem Slogan „Raumberg- Gumpenstein: Die klimafite Schule fürs Leben“ ist die engagierte Bildungseinrichtung seit Herbst 2019 in der Öffentlichkeit präsent. „Klimatfit“ ist auch ein zentrales Thema im Unterrichtsjahr 2019/20. Dazu wurde eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Die Themen Nachhaltigkeit, Biodiversität und globale Ziele für nachhaltige Entwicklung werden mit den Schülern und Schülerinnen laufend diskutiert.

Schadstoff-Reduktion. Klar, dass an dieser Schule auch Maßnahmen im Hinblick auf den Klimaschutz realisiert werden. So engagiert sie sich für die Verlegung einer Bushaltestelle in den Bereich des Schulgeländes – es geht dabei einerseits um die Erhöhung der Sicherheit am Schulweg, andererseits soll der Mehrausstoß von Schadstoffen durch Pkws beseitigt werden: Denn dieser ist derzeit durch den Stau, der sich an der vorhandenen Haltestelle hinter dem Schulbus bildet, in hohem Maß gegeben. Die drastische Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen gehört bekanntermaßen zu den Hauptansätzen des Klimaschutzes. Zusätzlich hat diese Maßnahme auch positive Effekte auf die Gesundheit von SchülerInnen und PädagogInnen.

Wer fährt mit? Am Freitag schließt der Unterricht für alle Schüler und Schülerinnen zur gleichen Zeit. So können optimal Fahrgemeinschaften gebildet werden. Dazu wurde auf Facebook und über eine WhatsApp-Gruppe eine Mitfahrbörse eingerichtet, die von den SchülerInnen eigenständig organisiert wird.

© HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Klimaaktiv-Richtlinien eingehalten. E-Bikes können von den SchülerInnen kostenlos ausgeborgt werden. Dass eine schuleigene Photovoltaik-Anlage dazu die Energie für die Stromtankstellen liefert, ist natürlich mehr als optimal. Für interne Versorgungsfahrten steht ein E-Kleinfahrzeug zur Verfügung. Auch der 2016 vollendete Neubau der Turnhalle und des Schülerheims war von der Umweltzeichen-Philosophie bestimmt. Klimaaktiv-Richtlinien wurden beim Bau eingehalten. Dadurch wurde ein Niedrigenergiehausstandard erreicht. Zudem werden die neuen Gebäudetrakte mit Fernwärme beheizt.

Die Höhere Technische Bundeslehranstalt 1 in der Kärntner Landeshauptstadt führt seit November 2019 das Österreichische Umweltzeichen (http://htl1-klagenfurt.at). Auch an dieser Bildungseinrichtung wird Klimaschutz großgeschrieben.

Herausragend. In diesem Sinne wird die Erreichbarkeit der Schule innerhalb der Stadt, aber auch von außerhalb mit Bahn und Bus auf der schuleigenen Homepage sehr übersichtlich dokumentiert: https://htl1-klagenfurt.at/index.php/de/htl1/schulplan-d. Hier werden alle Fragen der SchülerInnen bezüglich öffentlicher Verkehrsmittel umfassend und in verständlicher Weise beantwortet!

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Drahtesel-Service. Aber auch das Fahren mit dem Fahrrad zur Schule wird in besonderer Weise gefördert: Denn in der eigenen Fahrzeugtechnik-Werkstätte werden im Rahmen des Montageunterrichts die Drahtesel von den SchülerInnen überprüft und repariert. Aber auch Rasenmäher und E-Bikes, E-Roller sowie E-Kleinfahrzeuge werden dort „bearbeitet“.

Vorreiterrolle in Sachen Umwelttechnik. Die Photovoltaikanlagen der Schule mit einer Gesamtleistung von mehr als 100 kWp erzeugen mehr als 70.000 kWh an "grünem" Strom. Damit besitzt die Schule die größte PV-Anlage in Kärnten. Durch die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie – die Solarzellen befinden sich am Flachdach des Werkstätten-Traktes – kann 94 Prozent des Eigenbedarfs gedeckt werden. So wird ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz geliefert. Und im Hinblick auf die notwenige Energiewende wird das Bewusstsein der Schüler und Schülerinnen entsprechend sensibilisiert.

Einzigartige Ausbildung. Durch eine Kooperation mit der HBLA Pitzelstätten (https://www.pitzelstaetten.at) kann an der Klagenfurter HTL 1 die neue, im gesamten west-, süd- und ostösterreichischen Raum einzigartige Ausbildung „Land- und Umwelttechnik“ angeboten werden. Bei dieser stehen Agrar- und Umwelttechnik, Agromechatonik, erneuerbare Energien und Digital Farming im Mittelpunkt.

Beispielhaft. Wie diese Beispiele zeigen, sind die österreichischen Schulen in Sachen Klimaschutz am richtigen Weg.