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Umweltzeichen: DAS Gütesiegel für besonders engagierte Kindergärten

Im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung geht es um Wissen und Handeln im alltag zu den Themen Umweltschutz, Gesundheitsvorsorge, Bildungsqualität und Partizipation.

Seit 2018 gibt es die Möglichkeit, neben Schulen und Bildungseinrichtungen auch Kindergärten mit dem Österreichischen Umweltzeichen auszuzeichnen. Das Österreichische Umweltzeichen ist ein Gütesiegel des Umweltministeriums und zeichnet Kindergärten aus, die sich insbesondere für hochwertige Bildung, Gesundheit und Wohlergehen der Kinder engagieren. Zusätzlich setzen die zertifizierten Einrichtungen Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz. Jeder Kindergarten setzt dabei innerhalb der durch die Richtlinie geschaffenen Möglichkeiten, eigene Schwerpunkte. In Bildungseinrichtungen, die Wert auf Nachhaltigkeit auf allen Ebenen legen, haben die Kinder die Möglichkeit, Tag für Tag ein Verständnis für die dahinterliegenden Werte aufzubauen und ein dahingehendes Verhalten kennenzulernen. Das Verständnis für Natur und Umwelt sowie ein respektvoller Umgang miteinander sind zentral in der Philosophie von Sonnenscheinchen, dem betrieblichen Kindergarten von Sonnentor in Sprögnitz/NÖ. Partizipation ist einer der Grundpfeiler der Richtlinie. Kindergartenkinder haben die Möglichkeit schon viele kleine und große Dinge, die sie betreffen, mitentscheiden zu können. Zum Beispiel haben Kinder die Gelegenheit mittels einer Kinderkonferenz die Verpflegung und Spiele des Faschingsfestes auszuwählen.

Zerlege-Werkstatt

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Umweltzeichen-Kindergärten legen auch Wert auf einen hohen Betreuungsschlüssel und beschäftigen nach Möglichkeit männliche Elementarpädagogen. Das Thema der Ernährung liegt den Verantwortlichen sehr am Herzen. Daher werden die Speisen frisch mit hochwertigen, regionalen Biolebensmitteln zubereitet. Der Einkauf umweltfreundlicher Produkte sowie schadstoffarme Innenausstattung sind zum Wohle der Kinder und aller im Kindergarten Beschäftigten eine Selbstverständlichkeit. die Kleinen lernen in einem Umweltzeichen-Kindergarten schon frühzeitig wie wichtig sinnvolle Energienutzung und Abfallvermeidung sind.

Kochecke

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Ernährungspyramide

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Nicht nur die Kinder und die PädagogInnen sind Teil des Umweltzeichenprozesses sondern auch die Trägerorganisationen. Und vor allem die Eltern werden in die durch die Zertifizierung angestoßenen Veränderungen einbezogen.

Das große GANZE sehen

Das Österreichische Umweltzeichen für Kindergärten gibt nicht nur Mindestanforderungen vor. Es ermutigt Betreuungseinrichtungen, sich ihrer eigenen Stärken bewusst zu werden und im Sinne des lebenslangen Lernens stets auszubauen. Es ist eine Auszeichnung für authentisches, umweltorientiertes Arbeiten, für begeistertes und konsequentes Tun, für ein engagiertes Team und ein wichtiger Beitrag für das pädagogische Konzept.

Einiges kann auch durch den Umweltzeichenprozess gelernt werden. So wurden beispielsweise ergonomische Stühle in Gruppenräumen oder konkrete Fortbildungen für die MitarbeiterInnen vorgeschlagen. „Wichtig ist es vor allem, die Vielfalt der Wirkungen und Leistungen zu sehen. Pädagogik, Umweltschutz, Partizipation der Kinder, die Gesundheit der MitarbeiterInnen, Mobilität, Integration – die Gesamtheit der Initiativen macht einen guten Kindergarten aus“, so Arno Dermutz. Dabei werden alle mit ins Boot geholt: Kinder, PädagogInnen, Eltern und Träger. So lassen sich gemeinsam die besten Entscheidungen für das Wohlergehen der Kinder und eine nachhaltig gestaltete Zukunft treffen.