Glühwürmchenlarven fressen Nacktschnecke
© Bernhard Haidler / Natur im Garten

Hilfe! Die Schädlinge übernehmen meinen Garten. Teil 3: Schnecken im Salat, Läuse auf den Rosen

Ein wenig dürfen sie von der Ernte durchaus naschen, aber wenn ganze Armeen von Schnecken und Blattläusen über das Gemüse herfallen und von den Rosenknospen knabbern, wird selbst der geduldigste Gärtner die ungeladenen Gäste hinauskomplimentieren. Wirkungsvolle Maßnahmen gibt es einige.

Vor allem in niederschlagsreichen Monaten machen sich Schnecken scharenweise über Salat und Gemüse her. Manchen Gartenbesitzern scheint eine chemische Bekämpfung die einzige Möglichkeit, um den Appetit der gefräßigen Schleimer zu bremsen. Doch wer mit Giftcocktails auf die Tiere losgeht, belastet nicht nur Boden und Wasser, sondern kann auch Vögel und Säugetiere gefährden.
Von den ca. 2.000 Landschnecken richten nur vier Arten Schäden in unseren Gärten an. Die häufigste und gefräßigste ist sicher die Spanische Wegschnecke, die vor 40 Jahren eingeschleppt worden ist. In Mitteleuropa fand sie einen für sie paradiesischen Lebensraum vor und keine natürlichen Fressfeinde.

Vertreibung aus dem Schneckenparadies

Die Maßnahmen zur ökologischen Schneckenvertreibung sind einfach und in Kombination am wirkungsvollsten:
- Die feuchtigkeitsliebenden Schnecken sind nachtaktiv und fühlen sich in einem abends gegossenen Beet besonders wohl. Daher nur morgens und nur im Wurzelbereich der Pflanzen gießen.

  • Vor den ersten Frösten im Herbst umstechen und vor den letzten Frösten im Frühjahr den Boden lockern. Das zerstört die Ruheplätze und Eigelege der Schnecken.
  • Frischgemähtes, feuchtes Gras entfernen und Mulchschichten nur dünn und trocken aufbringen, damit sich die Schnecken darunter nicht verkriechen können.
  • Barrieren um gefährdete Pflanzen errichten. Dafür eignen sich Schneckenzäune ebenso, wie das Aufbringen von Getreidespreu, Schilf, Fichtennadeln oder trockenen Sägespänen, die allerdings nach jedem starken Regen wieder erneuert werden müssen.

Gewöhnungsbedürftig, aber sehr wirksam, ist es, die Schnecken morgens und abends abzusammeln. Einfacher wird dies, wenn Sie dafür Unterschlupfplätze mit Dachziegeln, alten Brettern oder Steinen errichten. Oder Sie locken die Schnecken mit Bier in die Falle. Dazu einen großen Joghurtbecher so eingraben, dass er noch 2 - 3 cm herausragt und zur Hälfte füllen. “die umweltberatung“ empfiehlt, die gesammelten Tiere jedoch nicht wieder in die Natur frei zu lassen. Auch wenn es grausam klingt, sollten die Schnecken einem raschen Tod, z. B. durch Zerschneiden in der Mitte, zugeführt werden. Kleine Mengen von toten Schnecken können im Kompost entsorgt werden, größere Mengen im Restmüll.

Forscher der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) haben herausgefunden, dass die Schnecken in artenreichen Ökosystemen häufiger ihre Nahrung wechseln, was dazu führt, dass die Tiere insgesamt weniger fressen. In einem vielfältig und naturnah gestalteten Garten verweist die Natur von selbst die Schnecken in ihre Grenzen. Hier finden auch andere tierische Gartenbewohner Lebensraum, wie Igel, Maulwürfe, Frösche oder Vögel. Und auf deren Speisekarte stehen Jungschnecken und ihre Eigelege ganz oben.

Was tun gegen Blattläuse?

Fast ebenso lästig aber meist weniger gefräßig wie die Schnecken sind Blattläuse. Ein Befall mit Blattläusen zeigt sich meist an eingerollten Blättern, klebrigen Trieben und Ameisen. Blattläuse scheiden nämlich einen klebrigen Honigtau aus, den Ameisen gerne fressen.

Viele Nützlinge haben Blattläuse zum Fressen gern, wie Marienkäfer, Florfliegen- und Schwebfliegenlarven, Ohrwürmer, Spinnen und Vögel. Ein gewisser Schädlingsbefall ist jedoch Voraussetzung, dass sich diese nützlichen Gegenspieler ansiedeln. Daher sollten im Garten immer einige Schädlinge vorhanden sein, um die Nützlinge ausreichend ernähren zu können. Mit Pflanzen, wie z.B. Schafgarbe, Wilde Möhre oder Wiesenkerbel, auf denen Schweb- und Florfliegen ihre Eier ablegen, schaffen Sie ein Paradies für die Blattlausvertilger. Ebenso förderlich wirken Nistkästen für Vögel: Einige Arten fressen und verfüttern pro Saison bis zu 30 kg Insekten bei der Aufzucht ihrer Jungen.

Drängen sich die Läuse erst mal dicht an dicht auf den Pflanzen, so hilft nur das Entfernen stark befallener Triebe und eingerollter Blätter. Befallene Pflanzen abstreifen oder mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen. Die feuchten Pflanzen können mit Gesteinsmehl bestäubt werden. Dadurch ersticken die Blattläuse.

Schmierseifenlösung, Rapsöl oder Neempräparate wirken im Garten auch auf Nützlinge, sind aber immer noch umweltfreundlicher, als chemische Insektizide, da sie leicht abbaubar sind.