Gespinstmotten in Traubenkirschen
© James K Lindsey

Hilfe! die Schädlinge übernehmen meinen Garten. Teil 2: Fallen stellen

Wenn es darum geht, die ungebetenen Gäste im Garten in eine Falle zu locken, ist der Jagdinstinkt gefragt. Dazu gehört, dass man sich intensiv mit den Lebensgewohnheiten der Tierchen beschäftigt. Nur dadurch wird man herausfinden, wann die beste Zeit ist, sie auch zu erwischen.

Kaum ist der Winter vorbei kleiden sich die Laubbäume wieder mit saftig grünen Blättern. Das neue Gewand kann allerdings schon nach wenigen Wochen wie zerzauste Lumpen aussehen und die Blätter erinnern eher an einen Schweizer Emmentaler – angefressen von einer grünen Raupe. In manchen Parks und Gärten sind innerhalb kürzester Zeit alle Bäume und Sträucher kahl gefressen. Da ist der kleine Frostspanner am Werk.

Leimringe und Kohlmeisen gegen den Frostspanner

Das sichtbare Treiben des kleinen Frostspanners beginnt im Frühling, wenn die Bäume austreiben. Da schlüpfen die Raupen und fressen alles, was sich gerade anbietet: junge Blätter, Blüten und Früchte. Sie sind zuerst grau, werden dann hellgrün und bis zu 2,5 cm lang. Wenn sie ausgewachsen sind – im Juni - verlassen sie den Baum und verpuppen sich im Boden.

Im Oktober schlüpfen dann die Falter. Da die Weibchen nicht fliegen können, müssen sie am Stamm entlang hochklettern. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt sie zu erwischen, indem man einen Leimring um den Baumstamm wickelt. Dort bleiben sie kleben und können im Baum keine Eier mehr ablegen. Da das Baumkraxeln bis in den Jänner andauern kann, sollte sie schauen, dass die Leimringe auch so lange kleben, evt. einige Male erneuern.

Den Raupen selbst können sie auch mit Bacillus-thuringiensis-Präparaten den Garaus machen. Dieses biologische Mittel bewirkt einen Fraßstopp und führt in weiterer Folge zum Absterben der Raupen. Für den Baum ist das Mittel völlig unschädlich. Sie können sich aber auch Nützlinge einladen, die Ihnen bei der Jagd helfen. Kohlmeisen haben riesen Appetit auf die jungen Raupen. Stellen sie ihnen ein Nistkästchen am Baum zur Verfügung.

Hormone gegen den Apfelwickler

Ein weit verbreiteter und besonders ungeliebter Zeitgenosse ist der Apfelwickler, der vor allem Äpfel, Birnen und Walnüsse, gelegentlich auch Marille, Pflaume, Pfirsich und Quitte befällt. Einen Befall erkennt man dadurch, dass bereits die jungen Früchte in unreifem Zustand abfallen. Weiße Raupen mit braunem Kopf fressen sich in die Frucht, das Bohrloch und der Gang sind mit braunem Kot beschmutzt. Die Larven der zweiten Generation schädigen die schon reifen Früchte.

Da sich der Apfelwickler in mehreren Generationen über die Früchte hermacht, ist die Jagd auch etwas komplizierter. Die ersten Falter fliegen ab Mai bis Anfang August und legen Eier an Blätter oder Früchte. Wenn Sie in dieser Zeit eine Pheromonfalle (weibliche Sexuallockstoffe) in den Baum hängen, können Sie damit die Männchen anlocken, die in der Falle kleben bleiben und die Weibchen nicht befruchten können. Die Weibchen legen unbefruchtete Eier, die keinen Schaden anrichten.

Sind die Eier befruchtet, schlüpfen Raupen, die sich in die noch kleinen Früchte bohren und das Kerngehäuse zerstören. Nach etwa einem Monat verlassen sie die Frucht wieder und spinnen sich in einem weißen Kokon unter Borkenschuppen und anderen Baumverstecken ein. In dieser Phase kann man sie wieder erwischen, wenn man mit einem Ring aus Wellpappe um den Stamm ein künstliches Versteck für sie baut, aus dem man sie dann entfernen kann.

Ab Anfang Juli legt schon die zweite Generation der Falter ihre Eier, dieses Mal an den herangereiften Früchten. Die Raupen findet man dann in den reifen Früchten. Wichtig zur Bekämpfung ist auch, dass das Fallobst regelmäßig aufgesammelt und vernichtet wird.