Verfaulter Apfel
© slick_monilia

Hilfe! Die Schädlinge übernehmen meinen Garten. Teil 1: Befallene Pflanzenteile

Der letzte Winter war so warm wie kaum einer davor. Zumindest im Osten Österreichs. Die warmen Sonnenstrahlen ab Mitte Februar verwöhnten unsere Gemüter ebenso wie die niedrige Heizkostenabrechnung. Das böse Erwachen folgte im Frühjahr im Garten.

Was für eine Freude, als der Marillenbaum schon früh in voller Blüte stand. Ein paar Tage später beginnen einige Äste abzusterben. Das gleiche Bild bei den Apfelbäumen. Seltsame Gespinste mit unappetitlichen Würmern zieren einige Hecken und die Blätter der Rosen ringeln sich ein.

Der schöne Garten, zernagt und gepeinigt von unliebsamen Getier. Wer denkt da nicht gleich an die Giftspritze, um das alles wieder los zu werden? Das kommt erstens im Naturgarten nicht in Frage – wer will schon gespritztes Obst und Gemüse vom eigenen Garten auf seinen Teller - und zweitens macht das Gift alles noch schlimmer, weil damit auch die Nützlinge aus dem Garten eliminiert werden. Jetzt heißt es kühlen Kopf bewahren. Und vor allem Informationen zu sammeln, wie man die ungebetenen Gäste wieder aus dem Garten hinauskomplimentieren kann.

Monilia: kranke Pflanzenteile entfernen!

Eine erste, wichtige Maßnahme ist das entfernen kranker Pflanzenteile. Bei den Obstbäumen handelt es sich häufig um die Monilia, einer Pilzkrankheit, die ganz besonders gefürchtet ist. Schadbilder sind zum einen, fdass Zweige und ganze Äste dürr werden, zum anderen, dass das Obst am Baum frühzeitig zum Faulen beginnt. Die akute Antwort darauf ist: Nichts wie weg damit und das sofort! Alle befallenen Blüten, Blätter und Triebe müssen entfernt werden, denn der Baum stößt sie von selbst nicht ab. Die befallenen Triebe sollen dabei bis etwa 30 cm ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.

Das ist jedoch bereits eine vorbeugende Maßnahme für das kommende Jahr. Die Monilia überwintert in den befallenen Pflanzenteilen und in den Fruchtmumien, die am Baum bleiben. Im Frühjahr verbreiten sich die Pilzsporen in Massen, dringen in die geöffneten Blüten ein und befallen von neuem das Holz. Also im Herbst auch alle eingetrockneten Fruchte, die noch am Baum sind entfernen und entsorgen.

Gespinstmotte: gruselige Netzgeflechte.

Finden Sie auf Ziersträuchern feine Netze, in denen sich weiße Würmer entwickeln, handelt es sich um die Gespinstmotte. Ganze Sträucher können damit überzogen sein, meist sind es jedoch nur einzelne Zweige. So gruselig das auch aussehen mag, es besteht in diesem Fall kein Grund zur Panik. Die meisten Sträucher vertragen den Befall ganz gut und bilden nach einem Kahlfraß gleich wieder neue Triebe und Blätter.

Trotzdem ist das Entfernen der befallenen Triebe anzuraten und auch die einzige wirksame Methode, die Schädlingsplage einzudämmen. Chemie hilft in diesem Fall ohnehin nicht, weil die ausgesprühten Flüssigkeiten an den Gespinsten abperlen und die Raupen dahinter geschützt sind.

Rosenblattrollwespe: Abschneiden und entsorgen

Wenn sich die Rosenblätter plötzlich zu kleinen Röhren zusammenrollen, treibt die Rosenblattrollwespe ihr Unwesen. Sie ist etwa fünf Millimeter groß und legt vor allem im Mai ihre Eier auf den Rosenblättern ab, die sich dann einrollen. Die Larven ernähren sich dann bis in den Juli hinein im Inneren der eingerollten Blätter, wandern dann in den Boden und verpuppen sich, um im kommenden Frühjahr wieder aktiv zu werden.

Wenn sich die Blätter Ihres Rosenstrauches einrollen, sollten Sie so rasch wie möglich die betroffenen Blätter abschneiden und vernichten. Sie verhindern damit, dass sich der Schädling weiter ausbreitet. Eine chemische Behandlung ist auch hier nicht sinnvoll, weil sich die Larven gut verstecken und schwer erwischen lassen. Einem Befall im kommenden Jahr beugen Sie auch dadurch vor, dass sie den Boden rund um die Rosen im Herbst gründlich bearbeiten und damit das Überwintern der Puppen verhindern.

Streifen Sie also ganz gelassen mit der Baumschere durch den Garten und holen Sie alles raus, was offensichtlich krank und von Schädlingen befallen ist.