Erde und Jungtrieb in Händen
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Gärtnern ohne Torf

Naturschutz ist vielen Menschen ein Anliegen. Vor allem bewusste Gärtner wollen den Lebensraum der Natur erweitern und nicht zu ihrer Zerstörung beitragen. Da kommen keine Unkrautvernichter ins Gras, keine Pestizide aufs Gemüse und kein Torf ins Blumenbeet. Doch es ist gar nicht so einfach, torffreie Erde zu kaufen.

Nur drei Prozent des weltweiten Festlandes sind Moorlandschaften. Trotz dieser geringen Fläche sind Moore enorme Traubhausgasspeicher und wichtiger Faktor im Kampf gegen den Klimawandel. Mit dem Torfabbau zerstört man nicht nur die Natur unwiederbringlich sondern holt auch gespeichertes CO 2 aus dem Boden. Vor allem Weißtorf, der unseren Blumenerden beigemischt wird, ist nur entlang eines ganz schmalen, nördlichen Bandes der Erde abbaubar. Deshalb steht er nicht unbeschränkt zu Verfügung. Österreich ist ein reines Torf-Einfuhrland. Der Import oft aus dem Baltikum - mit seinen langen Transportwegen, schädigt das Klima zusätzlich. Wird Torf in Kultursubstraten und Bodenverbesserern durch biogene Reststoffe ersetzt, die in regionaler Kreislaufwirtschaft gewonnen werden, schont dies Ressourcen und Klima.

Experte DI Ralf Dopheide hat für das Österreichische Umweltzeichen stichprobenartige Untersuchungen in Gartencentern, Baumärkten sowie die Analyse von Webangeboten der Substrathersteller durchgeführt und festgestellt, dass nur elf Prozent der Produkte torffrei sind. 89 Prozent der im Handel erhältlichen Substrate enthalten Torf, mit einem Mischanteil von 80 bis 90 Prozent.

Bio bedeutet nicht torffrei

Dies liegt auch daran, dass nicht alle Bio-Labels Torffreiheit garantieren. Die Verwendung des Begriffes "Bio" für Blumenerde ist durch keine gesetzliche Regelung gedeckt und nur etwa die Hälfte der Erden, die ein Bio-Label tragen, sind torffrei. Einzig das Österreichische Umweltzeichen und das EU Ecolabel für Kultursubstrate und Bodenverbesserer garantieren Torffreiheit.

Gartenerde auf Rasen
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Warum wird Torf immer noch eingesetzt? Dopheide: Torf ist ein guter Bodenverbesserer, weil er keine Nährstoffe enthält. Er ist sehr homogen und leicht maschinell einzusetzen. Die Konsistenz ist immer gleich. Torf bindet Wasser gut. Aber das tun auch Torfersatzprodukte, wie Holzfasern oder Kokosfasern. Torffreie Substrate haben sich in den letzten Jahren entwickelt. Es gibt heute hochwertige, torffreie Produkte, die den torfhaltigen in der Qualität durchaus ebenbürtig sind.

Die Alternativen

Garantiert torffreie Komposte und Pflanzenerden mit dem Österreichischen Umweltzeichen bieten Erden von Kranzinger, Scotts Substral Naturen, Natur im Garten Erden von Grünsiedel, ökohum Erden von Naturrein, sowie Erden der Eigenmarken biogarten bei bellaflora, Ja!Natürlich bei Billa und Merkur und natur*pur bei Spar.
Ausgezeichnete Komposte bietet die MA 48 in Wien und Fa. Seiringer aus Wieselburg/NÖ.

Alle Produkte siehe auch unter http://www.umweltzeichen.at/cms/home/produkte/wohlfuehloase-garten/content.html?rl=13