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Die Zukunft unserer Erde(n)!

Ohne Erde wird im Garten nichts wachsen, im Blumentopf nichts blühen. Das ist klar. Nur welche Erde im Garten aufbringen, in den Blumentopf füllen? Stichwort „Mikroplastik“: Kann dieses in Erden nachgewiesen werden? Wir haben bei Fachleuten nachgefragt. Gleich vorweg: Plastik hat nichts in Grün- und Bioabfällen verloren! Hier entscheidet jeder über die Zukunft der Erde(n) mit!

Frühlingszeit ist Gartenzeit. Und im Schrebergarten, aber auch am Balkon gibt es jetzt jede Menge zu tun. Denn Pflanzen brauchen ja so einiges: Erde, Wasser, Luft und Sonne. Beginnen wir mit der Basis: der Erde.

An der Basis. Nur welche Erde verwenden? Natürlich nur die allerbeste. Und diese ist dann auch frei vom vieldiskutierten Mikroplastik? Kann dieses überhaupt in Erden nachgewiesen werden? Und wenn ja, hat es Auswirkungen auf das Gedeihen der Pflanzen? Wir haben uns über diese nicht einfachen Fragen mit Fachleuten unterhalten.

Plastik im Erdreich? „Gleich vorweg – Mikroplastik finden Sie heute überall! Auch in jeder Blumenerde“, erklärt Hubert Seiringer, engagierter Obmann vom Kompost & Biogasverband Österreich (KBVÖ, www.kompost-biogas.info). Hubert Seiringer beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie die Entstehung von Mikroplastik verhindert werden kann. Doch dazu später.

„Als Mikroplastik werden in der Regel sehr kleine Kunststoffteile zwischen 5 µm und 5 mm definiert“, erklärt Christian Kornherr vom Verein für Konsumenteninformation (VKI, www.vki.at). Hubert Seiringer stellt klar: „Und eben dieses Mikroplastik ist neben dem Klimawandel eine unserer gewaltigsten Herausforderungen für die Zukunft! Wir finden Mikroplastik nicht nur in unseren Weltmeeren, sondern auch direkt vor unserer Haustür in den Ackerböden, Wiesen, Wäldern, Flüssen bis hin zur Muttermilch“. Hubert Seiringer fordert daher: „Es gilt daher das Problem an der Wurzel anzupacken!“ Sprich: Plastik vermeiden, Biokunststoffe einsetzen!

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Kompost-Analysen. Christian Kornherr berichtet: „Die Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. (BGK) hat Kompost im Hinblick auf folienartige Kunststoffe untersucht. Aufgrund dieser Analysen wird derzeit ein Anteil von 0,2 % Mikroplastik in Blumenerden bzw. Komposten angenommen - also ein relativ kleiner Wert“. Und: „Auswirkungen von Mikroplastik auf den Pflanzenwuchs sind mir bis dato nicht bekannt.“

Grünabfälle werden Kompost. Der Praktiker Jörg Lohaus von der Franz Kranzinger GmbH Spezialerdenerzeugung (http://www.kranzinger-erde.at/) berichtet: „Aktuell tragen 12 von uns hergestellte Produkte das Österreichische Umweltzeichen. Darunter torffreie Bio-Blumenerden und Bio-Pflanzerden sowie torffreie Bodenhilfsstoffe. Wir setzen daher verschiedene, von uns selbst hergestellte Torfersatzstoffe ein. Einer der wichtigsten ist der Grüngutkompost aus Grünabfällen – also Rasen- und Strauchschnitt, Laub – der umliegenden Gemeinden. Die Grünabfälle sollten für eine gute Kompostierung möglichst frei von Störstoffen wie Plastik sein, was aber leider nicht immer der Fall ist.“ Hier ist daher jeder aufgefordert, richtig zu handeln!

Die Zukunft unserer Erde(n). Damit der derzeitig geringe Anteil an Mikroplastik in Erden und Komposten auch so klein bleibt, dürfen sich keine herkömmlichen Kunststoffe in die Bio-Tonne, auf den privaten Komposthaufen hineinschmuggeln. Das geht uns alle an: Kunststoffe dürfen nicht in Bioabfälle gelangen, „egal ob bei der Haushaltssammlung oder bei landwirtschaftlicher Kompostierung. Trotzdem passiert das. Eine Aussortierung in der Kompostanlage ist daher erforderlich“, betont Christian Kornherr.

Grundlage des Lebens. Hubert Seiringer fasst zusammen: „Humusreiche und somit fruchtbare Böden sind die Grundlage für jegliches Leben auf diesem einzigartigen Planeten Erde. Die spannende Frage ist ganz einfach die, ob wir es schaffen, auf Herausforderungen wie Mikroplastik mit g’scheiten Strategien anwendbare Lösungen zu finden und eine dringend wichtige ‚organische Kreislaufwirtschaft‘ hinzubekommen.“