Entwicklung UZ 49
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200. Finanzprodukt mit Österreichischem Umweltzeichen

Dauerte es für die ersten hundert zertifizierten Fonds noch vierzehn Jahre, war es nun nach nicht einmal drei Jahren wieder so weit: Das zweihundertste Finanzprodukt konnte mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet werden. Eine kurze Analyse.

Von der Nische in den Mainstream

Mit dem Aktienfonds „3 Banken Dividenden-Aktienstrategie“ der 3 Banken-Generali Investment GmbH konnte Anfang August das zweihundertste mit dem Österreichischen Umweltzeichen UZ 49 für Nachhaltige Finanzprodukte zertifizierte Produkt ausgezeichnet werden. Dauerte es von der Lancierung des UZ 49 im Jahr 2004 vierzehn Jahre bis im Herbst 2018 der einhundertste Fonds ausgezeichnet werden konnte, schlägt sich die Dynamik des Finanzmarkts in Richtung Nachhaltigkeit auch bei der Zahl und dem Tempo der Umweltzeichenzertifizierung nieder: keine drei Jahre später hat sich die Zahl der zertifizierten Finanzprodukte wieder verdoppelt.

Hintergründe

Die Ursachen für diesen Trend hin zu mehr und mehr zertifizierten Finanzprodukten sind vielfältig – so zum Beispiel:

  1. Der Finanzmarkt wird als zentraler Hebel identifziert, um Herausforderungen wie dem Klimawandel zu begegnen – weshalb die Zahl nachhaltiger Veranlagungen und Finanzierungen stetig steigt - und mit ihnen das Angebot nachhaltiger Finanzprodukte.
  2. Auch die Gesetzgeber haben das erkannt, weshalb es zu umfassenden regulatorischen Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit kommt. So werden künftig Anbieter nachhaltiger Finanzprodukte offenlegen müssen, auf welche Art und Weise sie Nachhaltigkeit integrieren und auch den Grad der Nachhaltigkeit angeben müssen. Dazu erarbeitet die Europäische Kommission gerade verschiedene Verordnungen (Taxonomie, Benchmark, Offenlegungspflichten) und Tools (EU Ecolabel für Finanzprodukte, EU Green Bond Standard).
  3. Nachhaltigkeitsrisiken werden von Finanzmarktakteuren als zentrale Risiken erkannt, weshalb nach und nach immer mehr Veranlagungen auch auf diese Risiken hin geprüft werden. Auch Anleger verlangen zunehmend nach nachhaltigen Finanzprodukten - weil sie etwa in umweltfreundliche Unternehmen investieren und ihr Geld nicht mit kontroversen Aktivitäten wie fossilen Energien oder Rüstung in Zusammenhang sehen wollen.
  4. Der Trend zu grünen Produkten – nicht nur im Finanzbereich – ist allgemein wahrnehmbar und wird durch die Corona-Krise maßgeblich verstärkt. Dadurch steigt aber auch der Druck, glaubwürdige von fragwürdigen Angeboten zu unterscheiden. Hierfür eignet sich ein staatliches, unabhängiges, transparentes und auf unabhängigen Gutachten basierendes Gütesiegel wie das Österreichische Umweltzeichen ganz besonders.

Zusätzlich sei ergänzt, dass seit Jahresbeginn 2020 auch Finanzprodukte abseits klassischer Fonds mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet werden können. So sind aktuell 178 Fonds mit dem UZ 49 ausgezeichnet, 10 Spar- und Giroprodukte, 10 fondsgebundene Lebensversicherungen und 2 Green Bonds – von insgesamt 59 Lizenznehmern. Das Volumen der zertifizierten Finanzprodukte beträgt aktuell rund 20 Milliarden Euro.

Alle Infos finden sich hier.