ORF Landkrimi Höhenstrasse
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Film ab - Auch die Filmbranche setzt auf grün!

Seit 1. Jänner 2017 ist die Umweltzeichen-Richtlinie Green Producing für Filmproduktionen in Kraft getreten. Einen ersten Pilotfilm dazu gibt es auch schon.

Das „Making of“ der neuen Umweltzeichen Richtlinie für Green Producing:

Die Produktionsfirma Superfilm setzt mit dem Pilotfilm „Höhenstraße“ Maßstäbe: 
Im neuen Landkrimi „Höhenstraße“  des österreichischen Regisseurs David Schalko brillieren Nicholas Ofczarek und Raimund Wallisch als Polizisten, die keine sind. „,Höhenstraße‘ ist ein Krimi, in dem es keinen Kommissar gibt, die Leiche erst am Ende kommt und bei dem es sich vielleicht auch um eine Komödie handelt“, umschreibt Schalko sein neuestes Werk.

Das Besondere an dieser Filmproduktion: die Kriterien der Umweltzeichen-Richtlinie UZ 76 für Green Producing in Film und Fernsehen wurden erstmals umgesetzt. Verantwortlich zeichnete die Produktionsfirma Superfilm in Kooperation mit dem ORF und mit Unterstützung des Fernsehfonds Austria und des Filmfonds Wien (Erstausstrahlung im ORF: 29. Dezember 2016). Superfilm hatte damit den Anstoß für die Entwicklung der neuen Umweltzeichen Richtlinie gegeben. Das Unternehmen wurde während der Produktionszeit vom ÖkoBusinessPlan Wien beraten, der Wiener Betriebe bei der Umsetzung von nachhaltigen Prozessen unterstützt. Superfilm bekam dafür den Ehrenpreis der Wiener Umweltschutzabteilung MA22 verliehen.

ORF Landkrimi Höhenstraße Filmplakat
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Was bedeutet eine „Nachhaltige Filmproduktion“? 

„Mit dem Umweltzeichen wird die jeweilige Filmproduktion und nicht die Produktionsfirma ausgezeichnet“, erklärt Sharis Minass vom Verein für Konsumenteninformation. „Für die spezifische Filmproduktion müssen die Kriterien entlang des Herstellungsprozesses geprüft werden. Die Firma selbst wird zur Einhaltung eigener Kriterien überprüft.“ Eine Voraussetzung für die Filmproduktion gemäß UZ76 ist die Ernennung eines Green Producing Beauftragten in der Produktionsfirma. „Diese Person hat den Überblick über alle Maßnahmen und ist die Schnittstelle für alle Beteiligten“, so Minass. Die Mitarbeiter sollen – etwa durch kostenlose oder vergünstigte Öffi-Tickets, Fahrgemeinschaften oder Carsharing – zur klimafreundlichen Anreise motiviert werden. Mobilität ist ein großes Thema, da vor allem der Transport bei Filmproduktionen den größten Teil der CO2-Emissionen verursacht. „Durch sorgfältige Planung sowie die Kommunikation der Green Producing-Ziele war es möglich, die durch Flugreisen verursachten Treibhausgasemissionen um 60% zu vermindern“, sagt Selina Kolland von Superfilm zum Dreh von „Höhenstraße“. Die Berechnung und Kompensation der CO2 Emissionen, die während des gesamten Drehs verursacht wurden, führten zur Erstellung eines eigenen Online Tools für die CO2- Berechnung bei Filmproduktionen. Dazu kam die Verwendung eines Elektroautos sowie eines Elektrorollers für Produktions-Zwecke. Auch Abfallvermeidung und -trennung oder der umweltfreundliche Einsatz von Materialien und Produkten spielen beim Green Producing eine große Rolle. „Durch den Einsatz von Mehrwegbechern haben wir Abfälle im Ausmaß von rund 90 Plastikflaschen am Tag vermieden“, ergänzt Kolland. „Das machte über den gesamten Drehzeitraum eine Summe von knapp 3.000 vermiedenen Plastikflaschen aus.“ Auch Second-Hand Kostüme kamen zum Einsatz. Das Catering stellte vegetarische sowie vegane Alternativen zur Verfügung; gekocht wurde ressourcenschonend.

Die internationale Perspektive

„Green Producing“ im Film wird international immer mehr zum Begriff. Länder wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, aber auch die USA arbeiten seit Jahren an der ökologischen Ausrichtung von Filmproduktionen. In Österreich herrschte diesbezüglich noch Nachholbedarf. Mit dem Umweltzeichen für Green Producing haben es heimische Filmproduktionen nun leichter, diesem Anspruch gerecht zu werden.

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Superfilm: 
http://superfilm.at 
„Höhenstraße“ im ORF: 
http://der.orf.at/unternehmen/aktuell/hoehenstrasse100.html