Toner-Module
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Nachfüllen: Toner-Module im Kreislauf halten!

Die Firma Eurotoner ist seit über zwei Jahren in neuem Besitz von zwei Unternehmern aus dem Bezirk Melk und beschäftigt derzeit neun Mitarbeiter am Unternehmensstandort in Persenbeug-Gottsdorf, an dem schon knapp 30 Jahre Erfahrung mit Toner – Remanufacturing gesammelt wurde und somit aktiver Umweltschutz praktiziert wird. Nun ist Eurotoner neuer Lizenznehmer des Österreichischen Umweltzeichens für "Wiederbefüllbare Toner".

Laut einer deutschen Studie im Auftrag eines Umweltdienstleisters Interseroh[1] spart die Wiederverwenden einer einzigen Toner-Kartusche gegenüber der Neuproduktion 4,49 kg an Treibhausgasemissionen. Außerdem werden pro Kartusche 9,39 kg Primärressourcen geschont. Solche wiederaufbereiteten Toner-Module für Kopierer und Drucker zu verwenden ist extrem nachhaltig und kostet üblicherweise deutlich weniger als eine neue Kartusche.

Toner-Module für Laserdrucker und Kopierer müssen immer wieder getauscht werden, sobald das Tonerpulver darin aufgebraucht ist. In Österreich werden, so die Schätzung, derzeit etwa sieben Millionen Tintenpatronen und eine Million Tonerkartuschen pro Jahr verbraucht, Tendenz steigend.[2] Wenn es darum geht, Toner-Module nachzukaufen, wird zwar auf Ergiebigkeit, Druckbild, etc. geachtet, weniger aber noch auf die Auswirkungen auf Umwelt, Gesundheit und Klima. Dabei ist das Potential hier besonders groß. In leeren Toner-Kartuschen stecken viele Ressourcen, trotzdem werden solche Toner-Module noch thermisch verwertet, also verbrannt.[3]

Zum Vergleich: Wiederverwenden vor Recycling

Außerdem werden pro Kartusche 9,39 kg Primärressourcen geschont. Zum Vergleich: Die stoffliche Verwertung einer defekten Kartusche spart 0,41 kg Treibhausgasemissionen und 1,94 kg Ressourcen ein. Die Untersuchung liefert damit den Beleg für die Umweltvorteile einer konsequenten ReUe-Strategie.

Sammelsystem für leere Toner-Kartuschen

Grundvoraussetzung für eine sinnvolle Wiederverwendung oder -verwertung ist, dass leere Kartuschen über Sammelsysteme auch tatsächlich zur Wiederaufbereitung gelangen. Laut der deutschen Studie konnte der Umweltdienstleister Interseroh, der solche Sammelsysteme anbietet, alleine im Jahr 2017 insgesamt rund 1,4 Millionen gebrauchte Kartuschen zurücknehmen. Davon wurde die Hälfte wiederaufbereitet; die anderen 50 Prozent gingen aufgrund von Beschädigungen oder mangels Nachfrage meist ins stoffliche Recycling. Durch diese Verwertungspraxis wurden nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts rund 6.300 Tonnen Treibhausgasemissionen und 13.100 Tonnen Primärressourcen eingespart.

"Unsere Untersuchung zeigt erneut, welchen unverzichtbaren Beitrag die Kreislaufführung von Produkten zum Klima- und Ressourcenschutz leistet", betont Dr. Markus Hiebel, Abteilungsleiter Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement bei Fraunhofer UMSICHT. "Mehrfach genutzte Tonerkartuschen entlasten die Umwelt deutlich – und können am Ende ihres Produktlebenszyklus noch recycelt werden." Wo immer möglich, so die Empfehlung der Fraunhofer-Experten, sollte die professionelle Aufarbeitung und Wiederverwendung der stofflichen Verwertung vorgezogen werden.

Das Österreichische Umweltzeichen für wiederaufbereitete Toner-Module

Beim Wiederaufbereiten werden die gesammelten und technisch noch einwandfrei funktionierenden Gehäuseteile zerlegt, gereinigt, Verschleißteile ausgetauscht und mit neuem Toner wiederbefüllt. Das Österreichische Umweltzeichen erhalten nur gewerbliche Wiederaufbereiter, die sehr strenge Kriterien bei diesem Arbeitsprozess und beim Produkt erfüllen. So muss die Gebrauchsqualität den Originalen ebenbürtige sein und für die Wiederaufbereitung kommen nur Original-Toner-Module in Frage. Einzuhalten sind auch hohe Gesundheitsstandards.

Ausgezeichnete Toner-Module aus Persenbeug

Die Firma Eurotoner Print GmbH aus Persenbeug in Niederösterreich hat für eine Reihe von wiederaufbereiteten Toner-Modulen das Österreichische Umweltzeichen verliehen bekommen. Beim Einkauf solcher Umweltzeichen-Produkte können sich Konsumentinnen und Konsumenten sowie alle, die den gewerblichen Einkauf erledigen, mit gutem Gewissen darauf verlassen, ein ökologisches Spitzenprodukt mit hohem Produktnutzen zu erwerben. Im Übrigen: Je nach Modell kostet ein wiederaufbereitetes Toner-Modul deutlich weniger als ein neues.

ReUse-Strategie in der öffentlichen Beschaffung

Unter Federführung des Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus wurden im Jahr 2018 und 2019 die Kriterien des Österreichischen Aktionsplans für nachhaltige öffentliche Beschaffung zusammen mit öffentlichen Auftraggebern und Expertinnen und Experten überarbeitet. Der Beschluss der Umsetzung der Kriterien durch den Ministerrat steht allerdings noch aus. In der Produktgruppe „IT-Geräte“ sind nun auch Kriterien für die Beschaffung von wiederaufbereiteten Toner-Modulen enthalten. Die Beschaffungsverantwortlichen können weiterhin zwischen der Beschaffung von Original-Toner-Modulen und wiederaufbereiteten Toner-Modulen wählen. Entscheiden sie sich für wiederaufbereitete Toner-Module, so sind – sobald der Beschluss des Ministerrats vorliegt – Module zu beschaffen, die bestimmten Qualitätsanforderungen genügen. So muss der Anbieter beispielsweise die Funktionalität der Toner-Module durch standardisierte Prüfungen sicherstellen und dokumentieren. Wiederaufbereitete Toner-Module, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert sind, erfüllen die Anforderungen jedenfalls.


[1] Quelle: https://www.umsicht.fraunhofer.de/de/presse-medien/pressemitteilungen/2019/interseroh-tonerkatuschen.html

[2] http://www.eurotoner.at/kurzvorstellung

[3] Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Toner