World Ecolabel Day
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Umfrage zu Umweltzeichen: Wichtig und glaubwürdig

Der 8. Oktober ist World Ecolabel Day –  das ist der internationale Tag der staatlichen Umweltzeichen. Staatliche Umweltzeichen zeichnen sich durch Unabhängigkeit sowie transparente Kriterien und einer soliden Überprüfung durch Dritte aus. Folglich gelten sie als besonders glaubwürdige Gütesiegel. Unsere Kolleginnen und Kollegen vom VKI haben den World Ecolabel Day als Anlass genommen, eine Umfrage zum Thema Glaubwürdigkeit und Greenwashing zu starten. Nachfolgend die zentralen Ergebnisse. 

Relevanz von Umweltzeichen

Die Umfrage ging zwar primär dem Thema Greenwashing nach - eingangs wurde jedoch die Bekanntheit und Wichtigkeit von staatlichen Umweltzeichen wie etwa dem Österreichischen und dem Europäischen Umweltzeichen abgefragt. Erfreuliches Ergebnis der (nicht repräsentativen) Umfrage: 94 Prozent der 152 Teilnehmerinnen kennen das Österreichische Umweltzeichen, 75 Prozent dessen deutsches Pendant, den Blauen Engel. Auch das Europäische Umweltzeichen stößt noch auf über 50 Prozent Bekanntheit.

Eine ähnlich wichtige Rolle spielen staatliche Gütesiegel offenbar beim Konsum: So geben 30 Prozent an, dass eine Zertifizierung für ihre Kaufentscheidung sehr relevant ist - für 56 Prozent ist dies eher relevant. Darüber hinaus geben 61 Prozent an, dass sich in den letzten Jahren ihr Konsumverhalten geändert hat und sie nun vermehrt auf Produkte mit Umweltlabels achten. 29 Prozent geben an, dass ihnen das ohnehin schon immer wichtig gewesen sei.

Besonders wichtig erscheint den Befragten eine Auszeichnung mit einem Umweltzeichen im Bereich der Reinigungsmittel und Körperpflege, gefolgt vom Bereich der Textilien und Schuhe zu sein. Mit einigem Abstand folgen die Bereiche Haus und Garten, Bauen, Energie sowie Kinderspielzeug, Gastronomie und Tourismus. Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ ist, zeigt sich doch das klare Stimmungsbild, dass Umweltgütesiegel sehr bekannt sind und eine gewichtige Rolle beim Einkaufen spielen.

Glaubwürdigkeit

Labels vermitteln Glaubwürdigkeit. Genau das zeigte auch die Umfrage, geben doch 95 Prozent der TeilnehmerInnen an, dass Produkte im Hinblick auf ihre Umweltfreundlichkeit/Nachhaltigkeit sehr viel oder eher glaubwürdiger sind, wenn diese ein staatliches Umweltzeichen tragen. Eine hohe Zustimmung erfolgt auch zu den Aussagen, dass Produkte mit einem Umweltzeichen "wichtig", "eine nähere Betrachtung wert", "eine Hilfe beim Kauf" und "ein Zeichen verantwortungsvollen Konsums" sind. 88 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass auch jene Unternehmen "sehr" oder "eher" glaubwürdiger sind, die zertifizierte Produkte im Angebot haben.

Da es aber eine Vielzahl verschiedener Labels gibt, von staatlichen Umweltzeichen über Branchenlabels hin zu "Fake"-Siegeln, erachten 71 Prozent Tests durch unabhängige Institutionen (wie z.B. dem VKI) als wichtig, um Klarheit und Glaubwürdigkeit in den Label-Dschungel zu bringen. 85 Prozent befürworten zudem gesetzliche Bestimmungen in Bezug auf Umweltaussagen inklusive Sanktionen im Fall der Missachtung. Auch verpflichtende Zertifizierungen, falls mit Umweltfreundlichkeit/Nachhaltigkeit geworben wird, können sich mehr als 80 Prozent der TeilnehmerInnen vorstellen.

Greenwashing

Die Umfrage hat auch thematisiert, was für die Befragten ganz persönlich Greenwashing darstellt. Für 90 Prozent liegt Greenwashing dann vor, wenn ein Produkt oder Unternehmen in Wahrheit nicht so umweltfreundlich ist, wie es vorgibt zu sein. 69 Prozent werten es als Greenwashing, wenn Unternehmen grüne Aktivitäten bewerben, die nichts oder nur marginal mit deren Kerngeschäft zu tun haben. Und 64 Prozent stößt es sauer auf, wenn ein Produkt mit Aspekten wirbt, die es wegen geltender Gesetze ohnehin erfüllen muss. 60 Prozent sehen es zudem kritisch, wenn nicht-nachhaltige Unternehmen sich mit grünen Produkten ein grünes Mäntelchen umhängen und vorsätzlich eine grüne Nische bedienen.

Was helfen staatliche Umweltzeichen?

Zurück also zum Ausgangspunkt, dem World Ecolabel Day. Staatliche, also unabhängige Umweltzeichen wie das Österreichische oder Europäische Umweltzeichen garantieren die Überprüfung durch unabhängige, externe Prüfer und Prüferinnen. Die Kriterien zur Vergabe sind transparent und öffentlich einsehbar. Durch diese beiden Kernaspekte werden einerseits Unabhängigkeit, andererseits Nachvollziehbarkeit gewährleistet. Eine Reihe von Aspekten wird im Rahmen einer Zertifizierung geprüft - wodurch Falschaussagen leicht ein Riegel vorgeschoben werden kann. Gleichzeitig wird die Verwendung des Labels geregelt - es darf also nicht fälschlich in der Kommunikation eingesetzt werden. Somit helfen staatliche Umweltzeichen wie etwa das Österreichische oder Europäische Umweltzeichen mit, gegen Greenwashing vorzugehen - indem Sie eine Orientiertung für Konsumentinnen und Konsumenten darstellen, mit hoher Bekanntheit und Glaubwürdigkeit punkten. Durch ihre breit angelegten Kriterien decken sie zudem eine große Palette an Umweltaspekten ab, die es zu berücksichtigen gilt. Und die Umfrage zeigt, dass umweltzeichenzertifizierte Produkte Greenwashing allein dadurch einen Riegel vorschieben - indem sie gewährleisten, dass Produkte diesen Kriterien entsprechen müssen.