Michaela Reitterer, Präsidentin ÖHV
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Österreichs Tourismus startet nachhaltig ins neue Jahr

Unter dem Motto „#Rethink Tourism“ stand der Kongress der Österreichischen Hoteliervereinigung 2019 ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit des österreichischen Tourismus. Lesen Sie dazu ein Interview mit der Präsidentin Michaela Reitterer.

Vortragende waren etwa Michael Braungart (Cradle to Cradle) oder Barbara von Melle (Slow Food). In Sachen Nachhaltigkeit bekannte Namen, die aber noch nicht allen in der Tourismusszene etwas sagen. Auch schwierige Themen der nachhaltigen Entwicklung wie Overtourism oder die notwendige Anpassung des österreichischen Tourismus an den Klimawandel wurden besprochen. Die amtierende Umweltministerin Elisabeth Köstinger stellte sich bereits am Sonntag Abend der Diskussion unter dem Titel „Palmen statt Almen“.

Das Umweltzeichen (UZ) hat die Präsidentin des ÖHV Michaela Reitterer – Besitzerin und Geschäftsführerin des UZ-Hotels Boutique Hotel Stadthalle – gefragt, wie es zu dieser Schwerpunktsetzung gekommen ist.

Vordenker gefragt

„More of the same“, vielleicht mit etwas weniger Energieverbrauch, ist zu wenig. Wir müssen Tourismus neu denken: „Rethink Tourism“. Wir hinterfragen uns, damit wir uns weiterentwickeln. Nachdenken reicht nicht. Wir müssen Vordenker sein“, so Michaela Reitterer.

„Eine österreichweite Befragung von Mindtake zeigt den starken Rückhalt für Tourismus bei der österreichischen Bevölkerung – für ein „people business“ unverzichtbar. Das bestärkt uns: Weil die kritische Öffentlichkeit diesen Rückhalt heute nur mehr dem gibt, der möglichst nachhaltig wirtschaftet“, sagt Reitterer weiter.

Sie begrüßt die neue Schwerpunktsetzung des Ministeriums: „Auch die Politik bildet ab, dass der Tourismus in Österreich in, mit und von der Region lebt und nicht in abgeschotteten Resorts. Wenn Tourismus im selben, stark aufgewerteten Ministerium behandelt wird wie Nachhaltigkeit, Energie und Landwirtschaft, ist das eine Abbildung der gelebten Realität.“

Organisation am Puls der Zeit

Mit Barbara Diallo-Strobl von der ÖHV haben wir ebenfalls gesprochen. Diallo-Strobl ist für die Organisation verantwortlich, von ihr bekommen wir einige Zahlen und Fakten.

UZ: Frau Diallo-Strobl, wieviele Teilnehmer am ÖHV-Kongress erwarten Sie?

Barbara Diallo-Strobl (BDS): Rund 550 – 600 haben sich angemeldet.

UZ: Das sind aber nicht alles Hoteliers, oder?

BDS: Nein, zum ÖHV-Kongress kommen immer auch andere TouristikerInnen und MedienvertreterInnen.

UZ: Die Neuausrichtung des österreichischen Tourismus ist ja auch z.B. für Regionen hochinteressant …

BDS: So ist es. Auch die Ministerin Elisabeth Köstinger selbst kommt. Im Ministerium wird gerade ein Masterplan zur Neuausrichtung des österreichischen Tourismus ausgearbeitet. Das wird sie sicher auch ansprechen.

UZ: Nicht umsonst wurde das ehemalige BMLFUW in „Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus“ unbenannt. Es gilt nun, dem Namen zu entsprechen. Von wem stammt eigentlich das Thema des ÖHV-Kongresses?

BDS: Von unserem Präsidium. Dort wird laufend diskutiert, welche Themen aktuell sind. Dass „#Rethink Tourism“ einen Nerv trifft, zeigen die vielen Anmeldungen.

UZ: Welches Thema fanden Sie selbst am schwierigsten? Overtourism? Wenn zuviele Gäste auf einmal kommen?

BDS: Das ist kein leichtes Thema. Etwa in Kärnten hat man dieses Problem sicher nicht, eher im Gegenteil. Overtourism sagt aber manchen Orten im Salzburger Land so einiges. Es geht darum, eine Balance der Gästezahlen herzustellen.

UZ: Eine Herausforderung. Frau Diallo-Strobl, herzlichen Dank für das Gespräch!

Congress Center Villach

© Congress Center Villach GmbH

Konferenz natürlich als Green Meeting!

Der ÖHV-Kongress wird bereits zum 5. Mal in Folge nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Meetings und Green Events ausgerichtet.

innovative Tagungskonzepte ohne Qualitätsverlust mit klarem Fokus auf eine lebenswerte Umwelt sorgen dafür, dass weniger CO2-Ausstoß produziert, Lieferwege kurz und Materialverbrauch gering gehalten werden.
Besonders positive Rückmeldungen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern gibt es jetzt schon über die Möglichkeit, vergünstigte Zugtickets zu nutzen und die Anreise stressfrei zum Entspannen oder als zusätzliche Arbeitszeit nutzen zu können.

Alle Speisen und Getränke, die während der Tagung zur Stärkung bereit stehen, werden in Sachen Herkunft und Qualität ganz besonders unter die Lupe genommen. Unnötige Drucksorten oder umweltbelastende Give Aways werden vermieden.

Das Congress Center Villach unterstützt die Veranstalter dabei als Green Meeting Experte und bietet einen nachhaltigen Rahmen.

Links:

https://www.oehv-kongress.at/de/hotelierkongress-2019/1-0.html

https://www.oehv.at

https://www.hotelstadthalle.at/