Dieses Jahr hat alles: Von Workshops im Frühjahr, Messeveranstaltungen, 30 Jahr Feier mit Einschränkungen bis hin zu Online-Events.
© Umweltzeichen.

Mit dem Umweltzeichen durch ein Jahr Corona

Ein Jahr lang hat uns die Corona-Pandemie nun schon im Griff. Eine Herausforderung - nicht nur für uns als Einzelne, sondern auch für Unternehmen ist es keine einfache Situation. Wir zeigen, wie und mit welchen Mitteln das Österreichische Umweltzeichen bisher durch die Pandemie gekommen ist.

Dieses Jahr hat alles: Von Workshops in Wien im Frühjahr, Messeveranstaltungen, 30 Jahr-Feier mit Einschränkungen bis hin zu Online-Events.

Ungebrochener Aufwärtstrend

Vorweg: Auch im Krisenjahr 2020 hat das Österreichische Umweltzeichen wieder eine Vielzahl an Lizenznehmerinnen und Lizenznehmer dazugewonnen. So haben 87 neue Betriebe das Umweltzeichen erhalten – damit gab es zum Jahresende insgesamt 1147 Lizenznehmer*innen. Selbst von der Pandemie besonders stark betroffene Branchen wie Gastronomie und Hotellerie verzeichneten Zuwächse – nicht wenige Lizenznehmer*innen haben das Beste aus der sehr schwierigen Situation gemacht und die gewonnene Zeit für Umweltzeichenprüfungen genutzt. Das zeigt ganz klar: Nachhaltigkeit hat Zukunft. Die Entwicklung des Österr. Umweltzeichen von 1995 bis 2020. (c) Umweltzeichen

Die Entwicklung des Österr. Umweltzeichen von 1995 bis 2020. Quelle: BMK. Umweltzeichen.

Was machen Umweltzeichenbetriebe konkret in der Pandemie?

Wie die Unternehmen durch die Krise kommen, unterscheidet sich klarerweise stark nach Branche.

So haben viele Gastronomiebetriebe auf Abhol- und Lieferservice umgestellt – natürlich auch eine Reihe von Umweltzeichenbetrieben. Tun Sie sich doch einfach einmal etwas Gutes und bestellen Sie bei Umweltzeichen-Gastronomiebetrieben Ihres Vertrauens! Vielleicht wird Ihnen (in Wien) die Mahlzeit ja sogar mit dem Fahrradboten von Heavy Pedals zugestellt…

Viele Umweltzeichen-Betriebe produzieren Güter oder stellen Dienstleistungen zur Verfügung, die im Homeoffice für viele Menschen zunehmend wichtig sind (etwa Büromaterialien oder Energie), eine kleine Übersicht dazu findet sich hier. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf den eigenen Stromanbieter gelegt werden: die Anbieter von Umweltzeichenstrom werden immer mehr – ein Wechsel ist kinderleicht und hat einen wichtigen Effekt auf die Umwelt. So wird der Energieverbrauch im Homeoffice durch erneuerbare Energien bereitgestellt und erzeugt einen viel geringeren Anteil an Treibhausgasemissionen, als ein durchschnittlicher Strommix.

Online-Meetings sind für viele von uns mittlerweile Alltag geworden – aber es gibt auch hybride Meetings, bei denen einige Teilnehmer*innen online zugeschalten, andere vor Ort sind. Welche Herausforderungen sich diesbezüglich aus Zertifizierungssicht stellen, kann hier nachgelesen werden. Viele unserer Meetings-Organisator*innen haben schon professionelles Knowhow mit diesen neuen Veranstaltungsformaten.

Alle Besprechungen finden online statt.
© Umweltzeichen.

Beinahe alle Besprechungen sehen derzeit so aus.

Auch Fortbildungen geschehen mittlerweile online – wer sich zu den Themen Nachhaltigkeit und Corona ein bisschen schlauer machen möchte, findet hier eine gute Übersicht.

Reisen ist derzeit ein schwieriges Thema

Irgendwann wird es aber wieder soweit sein, dass wir einen Urlaub buchen können und unsere Umweltzeichen-Beherbergungsbetriebe sind mehr als gut gerüstet. Wir haben letztes Jahr eine Umfrage zum Thema gemacht, die teils erstaunliche Antworten zutage brachte. Und auch bei den lizenzierten Reiseveranstaltern gab es Zuwachs. Drei neue Lizenznehmer*innen hat uns das Corona Jahr bisher gebracht – sie stehen in den Startlöchern, Ihnen nachhaltige Reiserlebnisse zu vermitteln. Zwei Veranstalter bieten speziell Reisen für Schulen an. Ein wichtiges Zeichen in der Zeit von Fridays for Future!

Konsum: Grün wird immer wichtiger

Auch auf Konsument*innen hat die Coronakrise unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit starke Effekte. Der Trend zu „Grün“ ist nicht nur ungebrochen, er weist sogar stark nach oben. So geht aus einer im September 2020 durchgeführten Studie des Österreichischen Gallup Instituts hervor, dass 23 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf von Produkten besonders auf Umweltaspekte achten und ihnen Umweltfreundlichkeit dabei sehr wichtig ist. Für mehr als die Hälfte der Befragten beeinflusst das Österreichische Umweltzeichen ihre Kaufentscheidungen, für 14 Prozent davon in stärkerem Ausmaß. Besonders auffällig und wichtig ist Nachhaltigkeit im Bereich von Waschmitteln, Hygienepapier, Haushaltsreinigern, Geschirrspülmitteln und Schreibwaren.

Wie geht es weiter?

Das Österreichische Umweltzeichen wird sich auch weiterhin für seine Betriebe einsetzen und diese bestmöglich unterstützen. Womit im Zuge der Coronakrise etwa gute Erfahrungen gesammelt wurden, waren Online-Audits und –Beratungen, die mit konsequenten Stichproben und entsprechender Marktkontrolle abgerundet wurden.