Die Solaranlage des Höllensteinhauses
© NFI / David Bröderbauer

Naturfreundehaus Höllenstein – Einkehr im himmlischen Wienerwald

Hütten mit Ausblick gibt es viele - Hütten mit Weitblick sind etwas Besonderes.

Hoch ist anders. Beim Aufstieg zum Naturfreundehaus Höllenstein auf 645 Meter Seehöhe wird die Luft noch nicht dünn. Im idyllischen Wienerwald gelegen, ist die Bundeshauptstadt nicht weit, zur nächsten Bushaltestelle sind es nur wenige Kilometer Fußmarsch. Und dennoch versprüht die Hütte einen Hochgebirgscharme.

Durch den Wienerwald geht es am Weg zum Höllensteinhaus

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Das liegt nicht nur an dem steilen Schlussanstieg und der Aussichtswarte aus Felsgestein. Hierher führt keine Stromleitung, auch keine Wasserleitung, trotz der Nähe zur Zivilisation. Genauso wie andere Hüttenwirte muss sich Pächter Adalbert Mikstetter – seine Gäste nennen ihn Ali – also überlegen, wo er seine Energie herbekommt. Die einfachste Lösung wäre es, das Dieselaggregat durchlaufen zu lassen. Aber Ali will Energie und damit auch Kosten sparen, denn „Ressourcen kosten Geld“, wie er sagt – und sie machen abhängig. Ali hingegen möchte möglichst autonom sein.

Aus diesem Grund holt er sich den Strom von der Sonne, mehrere Solarpaneele zieren das Hüttendach. Batterien speichern die Energie für sonnenarme Stunden, das Dieselaggregat wird nur zugeschaltet, wenn es notwendig ist. Bei der Heizung gilt dasselbe Prinzip. Im Keller steht zwar eine Ölheizung, wenn möglich werden Heizkörper und Warmwasser aber mit dem Holzofen in der Küche befeuert. Das Wasser selbst ist Regenwasser, das über eine UV-Anlage aufbereitet wird. Davon getrennt wird das Wasser in den Toiletten über einen separaten Grauwasserkreislauf gereinigt und zurückgewonnen.

Im Höllensteinhaus gibt es Regionales und Gesundes

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Auch bei seinen Lieferanten legt der Hüttenwirt großen Wert auf nachhaltige und wenn möglich regionale Produkte aus Küche und Keller.

Das Höllensteinhaus sagt Servus zu der Green Tour 2017

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Auf dem Höllensteinhaus bekommt man mit, wie das Erdölzeitalter langsam von der Ära der erneuerbaren Energien und alternativen Konzepten abgelöst wird. Auf den großen, behäbigen Dinosaurier folgen viele kleinere und wendigere Technologien. Eine davon wünscht sich Ali in Zukunft für sein Haus – ein kleines Windrad auf dem Dach, das Strom für die Kühlschränke produziert. Dann wäre das Höllensteinhaus noch ein Stück autonomer, denn Wind gibt es hier im Wienerwald immer, und das ganz umsonst.