Meeting Nachhaltigkeit
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Österreichs Veranstaltungswirtschaft auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Meetings und Events sind eine wichtige Gelegenheit für internationalen Gedanken-, Erfahrungs- und Wissensaustausch. Die Österreichische Meetingsbranche will sich aber nicht nur besonders professionell sondern auch nachhaltig postionieren und den ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten mit „Green Meetings“.

Green Meeting 1

3.5 kg Restmüll, 5.5 kg Altpapier und CO2 aus An- und Abreise – das ist nur ein Teil der Hinterlassenschaft eines Teilnehmers eines dreitägigen Kongresses. Diese Daten hat das Austrian Convention Bureau (ACB), der Dachverband der österreichischen Tagungsindustrie, erhoben. Ein Green Meeting spart hingegen im Durchschnitt 31% Restmüll und 55% Papiermüll laut mira, dem meeting industry report austria 2017. Das ACB schätzt, das seit 2009 bereits 800 Tonnen Restmüll und 2200 Tonnen Papiermüll in der Meeting Branche eingespart werden konnten.

Wenn Sie an ökologischem Veranstaltungsmanagement interessiert sind, stehen Ihnen mittlerweile viele Möglichkeiten offen. Für die Zertifizierung mit dem Österreichischen Umweltzeichen erhalten Sie Unterstützung vom Verein für Konsumenteninformation - VKI. Sie erhalten erste Informationen und eine Liste von BeraterInnen, die mit Ihnen die Kriterien durchgehen, interne Schulungen für Ihre MitarbeiterInnen anbieten und ein Pilotprojekt oder gleich das erste „Green Meeting“ oder "Green Event" fachlich begleiten. Danach können Sie einen Antrag für die Lizenz des Österreichischen Umweltzeichens stellen. Mit der Lizenz erhalten Sie auch den Zugang zu einer speziellen Software, die es Ihnen ermöglicht, weitere Veranstaltungen selbständig zu zertifizieren. Der VKI kontrolliert stichprobenartig die Richtigkeit der Angaben.

Green Meeting 2

Mittlerweile haben 56 Unternehmen ca. 400 Veranstaltungen nach den Kriterien der Richtlinie UZ62 „Green Meetings und Green Events“ erfolgreich durchgeführt. Das ACB selbst geht mit gutem Beispiel voran. Bauer-Zwinz: „Wir organisieren unsere Kongresse ausschließlich als ‚Green Meetings‘ und zeigen unseren Mitgliedern damit aktiv vor, was hier möglich ist. Darüber hinaus informieren wir auf unserer Website www.acb.at über die erforderlichen Schritte für eine ökologische Veranstaltungsausrichtung. Wir sehen es als unsere Aufgabe, potenzielle Kongressveranstalter über dieses einzigartige Angebot in Österreich zu informieren und langfristig ein Umdenken der gesamten Tagungsbranche zu bewirken.“

Ein ganz wesentliches Kriterium für Bauer-Zwinz ist auch die Kommunikation direkt bei den Veranstaltungen. „Die Teilnehmer können auf den ersten Blick nicht erkennen, was im Hintergrund geleistet wird. Mit großen Plakaten machen wir die Umweltaspekte sichtbar, wie etwa ökologische Kriterien bei der Unterkunft, in der Beschaffung und im Abfallmanagement, beim Catering und in der Gastronomie mit regionalen, saisonalen, biologisch produzierten oder fair gehandelten Lebensmitteln bis hin zur Möglichkeit den CO2 Ausstoß von An- und Abreise zu kompensieren.“

2013 haben mehr als 190.000 Besucher an ökologisch zertifizierten Veranstaltungen teilgenommen. „Jetzt müssen wir nur noch das Feuer, das die Organisatoren mittlerweile für das Thema ‚Green Meetings‘ entwickelt haben, an die Veranstalter weitergeben“, sieht Bauer-Zwinz als nächste Herausforderung. „International werden ökologische Aspekte bei Kongressen zunehmend nachgefragt, in Österreich noch kaum. Die Veranstalter wissen meist nicht, was wir in diesem Bereich bereits anbieten können.“