Das Schulschiff vor Anker

Schiff ahoi für das BRG Bertha von Suttner

Auszeichnung für das das Wiener Bertha-von-Suttner-Gymnasium, besser bekannt als „Schulschiff“: Es erhielt das Österreichische Umweltzeichen. 

Eine ganz außergewöhnliche Schule in Österreich bekam eine ganz besondere Auszeichnung: Das Wiener Bertha-von-Suttner-Gymnasium, besser bekannt als „Schulschiff“, erhielt das Österreichische Umweltzeichen. Mit „an Bord“ war auch Martina Nedomansky, die das „Schulschiff“ auf seiner Fahrt Richtung Auszeichnung tatkräftig unterstützt hatte.

Wasser & Friede. Das Bertha-von-Suttner-Gymnasium – eine in zwei Schiffen untergebrachte AHS – „schwimmt“ quasi auf der Donau, in der Nähe der Floridsdorfer Brücke. Zudem trägt die Schule den Namen der österreichischen Friedensnobelpreisträgerin. Friedensreich Hundertwasser, der Gestalter des Österreichischen Umweltzeichens, hätte daher sicherlich Freude mit der Auszeichnung des „Schulschiffes“: Spielt doch das Element Wasser im runden Logo eine wichtige Rolle. Klar, dass Wasser auch ein unumgängliches Thema am „Schulschiff“ ist. Eine umweltorientierte Pädagogik drängt sich daher völlig auf!

Gesellschaftliche Bedeutung. Die Initiative zum Erwerb des Österreichischen Umweltzeichens ging jedoch von Martina Nedomansky aus. Sie ist eine in Umweltfragen äußerst engagierte Lehrerin: „Seit 35 Jahren unterrichte ich Biologie an einer AHS. Die Zukunft der Jugendlichen liegt mir sehr am Herzen. Daher sind meiner Meinung nach mit dem Österreichischen Umweltzeichen prämierte Betriebe und Schulen für unsere Gesellschaft zunehmend von Bedeutung. Darum habe ich mich auch in diesem Sinne für das Wiener Gymnasium ‚Bertha von Suttner – Schulschiff‘ engagiert. Und zwar im Rahmen des von mir absolvierten Lehrganges ‚Ökotoxikologie und Umweltmanagement‘.“ In ihrer Masterarbeit dokumentierte die Professorin den Weg des „Schulschiffes“ hin zum Österreichischen Umweltzeichen.

Kinder und Lehrer lernen über Ökologisierung
© Schneider

Anker los! Was war dabei ihre Motivation? „Es hat mich interessiert, warum so wenige AHS das Umweltzeichen besitzen, hingegen aber viele VS und NMS stolz auf diese hohe staatliche Auszeichnung sind.“ Durch Vergleiche erkannte Martina Nedomansky: „Das Procedere einer AHS in der Größe des „Schulschiffs“ ist umfangreicher.“ Viele Daten mussten erhoben werden. Hier gab es jedoch hilfreiche Unterstützungen vom „Kapitän“, Direktor Harald Schwarz, sowie vom Umweltzeichen-Berater Christian Pladerer, Ökoinstitut Wien.

Die Crew anheuern. Aber nicht nur der „Kapitän“ musste einverstanden sein. „Das ganze pädagogische Team – am ‚Schulschiff‘ immerhin fast 90 Personen – musste mit ins Boot geholt werden! Und natürlich spielte der Schulwart eine ganz wichtige Rolle.“ Da war selbstverständlich Überzeugungsarbeit angesagt! Und auch die „Matrosen“ und „Matrosinnen“ müssen mitziehen: „Die Schüler müssen wollen, dass ihr Lernort eine Umweltzeichen-Schule wird.“ Ansonsten wird’s nicht funktionieren, das „Schiff“ nicht auf Kurs bleiben.

Hurra! Land in Sicht! „Ich begleitete ein Semester lang die Schule auf ihrem Weg, in einer 6. Klasse im Lehrplan ‚Ökologie‘.“ Im Mai 2017 waren alle Bedingungen erfüllt, die Prüfung wurde positiv absolviert und damit der Weg frei zum Empfang des begehrten Umweltzeichens! Ein Anreiz war sicherlich, dass das „Schulschiff“ nun die zweite Wiener AHS ist, die das Österreichische Umweltzeichen vorweisen kann. Eine Topauszeichnung mit Signalwirkung – auch auf andere Schulen. Schiff ahoi! Die Anstrengungen von Martina Nedomansky haben sich jedenfalls gelohnt. Mit dem sehr umweltbewussten Direktor Harald Schwarz „an der Brücke“ kann das prämierte „Schulschiff“ ab September nicht nur „umweltsicher“ in „See stechen“! Anker los! Wir wünschen eine gute Fahrt ins neue Schuljahr! Schiff ahoi!