Home-Schooling
© VS Lauterach

Schule zu Hause!

Eine Ausnahmezeit verlangt auch außergewöhnliche, neue Maßnahmen in den österreichischen Umweltzeichen-Schulen. Home-Schooling ist auch in den Volksschulen kein "Fremdwort" mehr. 

Waren Begriffe wie E-Learning, „Fernlehre“, Distance-Learning gerade in den Volkschulen eher selten verwendete Vokabeln, werden sie nun erfolgreich und kreativ von den engagierten österreichischen Pädagoginnen in Umweltzeichen-Schulen umgesetzt. Wir haben uns dazu an der Volkschule Unterfeld in Lauterach und in der Volksschule Weiz informiert.

Keine Schule mehr!? Ein Wunschtraum unzähliger Schülergenerationen! Aber es bleibt beim „Traum“. Denn: Die Schule geht weiter – und zwar zu Hause. Wichtig ist daher, dass dort eine tägliche Lernstruktur vereinbart und umgesetzt wird. Am besten findet die häusliche „Schule“ wohl am Vormittag statt – wie gewohnt. Es ist klar, dass gerade Kinder im Volksschulalter Hilfe von einem Erwachsenen brauchen, um das Üben und Lernen zu Hause zu organisieren und durchzuführen. Teresa Wippel, Lehrerin an der Volksschule Weiz (www.vs.weiz.at), dazu: „Viele Eltern stehen zu Hause vor neuen Herausforderungen, vor allem im Strukturieren und Planen des Tagesablaufs. Doch Dank des tollen und vielfältigen Angebots der digitalen Medien und des E-Learnings können wir gut miteinander agieren. Wichtig dabei ist, dass fixe Zeiten eingehalten werden. Es sollte für die Kinder zu Hause ‚ausgeschilderte‘ Lern- und Erholungszeiten geben, um eine Struktur – ähnlich einem Schultag – in den Vormittag zu bringen.“

Arbeitsplan ist notwendig!Unterstützt werden Lernende und deren Eltern dabei von der Schule. So auch von der Volksschule Unterfeld in Lauterach, einer Marktgemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg (http://schule-unterfeld.1.vobs.at/). Direktorin Elisabeth Maccani erklärt die aktuelle Vorgangsweise: „Die Kinder unserer Schule werden wöchentlich mit einem Arbeitsplan und den notwendigen Materialien versorgt. Für Kinder, die zu Hause keinen Drucker haben, kann das Lernmaterial in der Schule abgeholt werden. Manche KlassenlehrerInnen setzen auch auf kontaktfreie Hauszustellung.“ Der Wochenplan wird mit Schreib- und Leseheften sowie einem Sackerl mit „Energie für die Familie“, die nun in besonderen Maß gefordert ist, geliefert.

Würfel dich fit

Üben mit der App. Für alle Kinder der Volksschule Unterfeld ist auch die Anton.app zugänglich. Mit ihr ist am Smartphone, Tablet und Computer kindgerechtes, lustvolles Lernen und Üben möglich. Am „Austauschtag“ werden erledigte Übungen von den Eltern in die Schule gebracht und neue Anregungen für Deutsch, Mathematik und Sachunterricht mit nach Hause genommen. Stichwort „Lernpakete“.

Wer bastelt mit – und bleibt auch fit?!!! Aber auch die musischen Fächer wie Musik, Werken und Zeichnen werden nicht vernachlässigt. So erhalten die SchülerInnen anschauliche Anleitungen zum Basteln. „Würfel Dich fit!“ versorgt die Kids mit notwendigen Tipps zur körperlichen Bewegung, auch innerhalb der eigenen vier Wände!

Wichtig ist nun auch, betont Elisabeth Maccani, dass der Kontakt zwischen LehrerInnen zu den Kindern gehalten wird. Telefon, E-Mail und Skype ermöglichen dies hervorragend. Durch zusätzliche "Online-Meetings“ können sich alle Kinder einer Klasse auf diesem Weg wiedersehen.

Was vor einigen Wochen noch undenkbar war, ist heute Alltag. An der Volksschule Weiz – seit 2017 mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet – kommt im Rahmen des aktuellen „Home-Schooling“ vor allem die App Skooly zum Einsatz. Die Lehrerin Teresa Wippel informiert uns: „Wir in der VS Weiz arbeiten hauptsächlich mit dem App Skooly. Denn sie bietet unzählige Möglichkeiten, wie zum Beispiel ein digitales Klassenbuch, digitale Pensenbücher, eine Kommunikationsplattform mit den Eltern und Kindern in Chatform oder einzelnen Direktnachrichten, auch die Kommunikation mit der Leitung und dem Kollegium ist möglich.“ Und Skooly kann noch mehr: „Wir LehrerInnen erstellen unter der Rubrik ‚Lernmaterialien‘ eigene Materialien, Wochenpläne erstellen, Dateien, Fotos und Videos hochladen und mit der eigenen Schule, aber auch anderen Schulen sharen.“

Veränderungen. Umweltpädagogin Teresa Wippel meint zur derzeitigen Situation zusammenfassend: „Es hat sich in wenigen Wochen sehr viel verändert. Und wir sind dankbar, dass es allen Beteiligten so gut gelungen ist, auf die neue Form des Unterrichts aufzuspringen. Doch trotzdem fehlen uns allen der persönliche Kontakt und das soziale Leben in der Schule.“