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© BG/BRG Weiz

Schule im Jahr 2020

Wie gehen Umweltzeichen-Schulen mit der derzeitigen Ausnahmesituation um? Wie halten sie Kontakt mit den SchülerInnen? Das BG | BRG Weiz und das BG | BRG Purkersdorf haben schnell, innovativ auf die neuen Gegebenheiten reagiert. Denn pädagogische Kreativität ist jetzt mehr denn je gefragt an österreichischen Schulen.

Erste Station: BG | BRG Weiz (https://www.bgweiz.at/). Dem dortigen pädagogischen Team sind die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 für eine bessere Welt sehr wichtig. Sie werden mit den Schülern und Schülerinnen auch gelebt und umgesetzt.

Couch-Potatoes? War gestern! Der aktuelle Fernunterricht wird in den zentralen Fächern über Lernplattformen wie „MS Teams“ und „Moodle“ sehr gut abgewickelt. Den Schülern werden aber auch Anleitungen zu kreativem Tun und körperlicher Fitness übermittelt.

Regenwaldprojekt
© BG/BRG Weiz

Übungen für Leib und Seele. Da gibt es z. B. eine Bastelanleitung für ein Vogelhäuschen (aus einem Tetra-Pack) Inspirationen zur Gestaltung liefert ein Youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=MiiZf7I7wyc. oder eine Anregung um Nisthilfen für Wildbienen zu bauen. Die Kreativität soll nicht zu kurz kommen, so werden Schülerinnen und Schüler angeregt aus "Schätzen" die ganz bestimmt in jedem Haushalt zu finden sind zb eine Wasserfee gestalten. Aber auch ein Heimtrainingsprogramm kommt ins Haus und kann von den Eltern zum Ausgleich vom Homeoffice mit ihren Sprösslingen gemeinsam absolviert werden. Sogar die Katze wird eingebunden!

Die erwachende Natur entdecken und feststellen was in unserer unmittelbaren Nähe so grünt und gedeiht: Um die derzeit nicht möglichen Schulausflüge mit der Familie zu machen und dennoch Pflanzen bestimmen zu können, gibt es die kostenlose Smartphone App „Flora Incognita“.

Natürlich werden auch Lerntipps für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt.

Realitätsnah. Nächster Lernort: BG | BRG Purkersdorf (www.gympurkersdorf.ac.at). 900 SchülerInnen, 90 PädagogInnen, Umweltzeichenschule. Also Schule in XL-Format! Die Direktorin Irene Ille – sie unterrichtet in der von ihr geleiteten Schule Physik in einer zweiten Klasse – zum aktuellen Unterricht: „Prinzipiell ist mir wichtig zu betonen, dass ‚distance learning‘ nicht NUR E-Learning bedeutet! Gerade als Umweltzeichenschule tragen wir Verantwortung, neben qualitativ hohem Wissen auch auf die Gesundheit und an das seelische Wohl aller Mitmenschen zu denken, danach zu handeln und nachhaltig zu wirken.

Am attraktivsten sind in jenen Tagen Aufgabenstellungen, die relativ wenig digitale Unterstützung benötigen. Das Wechselspiel in richtigem Maß und altersadäquater Formulierung ist die große Herausforderung! Und ‚vertiefenden Stoff‘ zu vermitteln ist etwas ganz anderes als ‚neuen Stoff‘.

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© Schwarz

Experimente zu Hause. Und so schaut ein von Irene Illes in diesem Sinne konzipierter Arbeitsauftrag dann konkret aus: „Liebe Schülerin, lieber Schüler! Auch wenn wir jetzt keinen gemeinsamen Physik-Unterricht haben, können wir fleißig weiter experimentieren. Ich habe dir zugesendet, wie man ein Versuchsprotokoll macht und auch zwei Beispiele dazu (du kannst dich sicher noch erinnern, es waren die ersten zwei Versuche, die wir in der Schule miteinander gemacht haben – der U-Boot-Versuch und das ‚verkehrte Wasserglas‘).„ Linda Gabriel-Luf hat bereits den Trägheitsversuch gemacht und das Fotomaterial dazu übermittelt.

Trägheitsversuch
© Gabriel-Luf
Trägheitsversuch - Ergebnis
© Gabriel-Luf

Versuchsprotokoll. „Suche aus dem Internet einen Versuch zum bereits gelernten Begriff ‚Trägheit‘ oder ‚Reibung‘ oder ‚Kraft‘, führe diesen Versuch zu Hause durch. Nimm ihn mit einem Handy auf Video auf und verfasse dazu ein Versuchsprotokoll. Wie du ein Versuchsprotokoll erstellen musst, ersiehst du an der Vorlage. Wir werden uns in der Schule dann die Videos anschauen und die Versuchsprotokolle besprechen. Sollte es mit dem Video Probleme geben, mach dir keine Sorgen.“

Digitale Schulzeit fördert Selbständigkeit. Prof. Alexandra Schwarz, Lehrerin für Deutsch und Englisch am selben Gymnasium, erklärt uns ihre gegenwärtige Arbeitsweise so: „Die 4E-Klasse bekommt von mir als Klassenvorstand wöchentlich ein Video, das einen kurzen Start in die Woche sein soll und Tipps für die Arbeit in dieser Woche enthält. Die SchülerInnen erhalten dies über den ‚TEAMS Chat‘ mitgeteilt. Aufträge geben die Schülerinnen auch online ab. Rückmeldungen dazu erhalten sie immer privat über eine kleine Nachricht im Chat, wo sie auch die Datei mit Feedback geschickt bekommen.“

Was zu tun ist. „Täglich um 08:00 Uhr in der Früh, also zu Beginn der ersten Schulstunde bekommen die SchülerInnen meine To-do-Liste des heutigen Tages und sind von mir aufgefordert, ebenso eine Liste in unseren Chat zu posten als Foto, Worddatei etc. Dies soll ihnen helfen, den Tag auch immer selbst kurz zu durchdenken und zu strukturieren. Auch Pausen und Sport soll in diesen Listen immer eingebaut sein, damit die Kinder nicht vergessen, wie wichtig es ist, bewusst Pausen zu setzen und sich zu bewegen.“

Lyrik, aber zu Hause! Wie kreativ sich Schüler mit den Inhalten des Deutschunterrichtes auseinandersetzen, dokumentiert ein Video von Laurin Schmidle aus der 4E. Laurin mag Lyrik und beschäftigt sich im Video sprachlich und visuell gekonnt mit dem Begriff „Poetry Slam“: https://www.gympurkersdorf.ac.at/nc/home/projekte-news/detailansicht/datum/2020/03/25/schule-digital.html

Elternarbeit, digital. „Grundsätzlich findet die Kommunikation größtenteils über Microsoft TEAMS statt. Die SchülerInnen wissen, dass sie mich jeden Vormittag von 08:00 bis 14:00 Uhr im Chat erreichen können. gestellt. Elterngespräche führe ich persönlich am Telefon, um auch in diesem ‚digitalen‘ Setting von der Kommunikation per E-Mail Abstand zu nehmen.“