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Gföhlberghütte – Umweltschutz & Gemütlichkeit groß geschrieben

Wer kennt es nicht? Wandertag geplant, Rucksack gepackt und dann regnet es am nächsten Morgen. Und zwar kein netter Sommerregen, sondern richtige Schauer mit Windböen, die unsanft daran erinnern, dass der Sommer vorbei ist. Zum Glück war das geplante Ziel an diesem Tag die Gföhlberghütte im Wienerwald und die Belohnung dafür, dem Regenwetter zum Trotz doch aufgebrochen zu sein, war einer der gemütlichsten und heimeligsten Nachmittage im ganzen Jahr.
Gföhlberghütte Ansicht© NFI Katrin Karschat
Die Gföhlberghütte der Naturfreunde war eine Herzensangelegenheit des Hüttenverantwortlichen Leopold Dworak: „In jeder Hütte findet man etwas, das einem nicht so gefällt. Und da wollte ich eine Hütte bauen, die all die Dinge hat, die mir immer gefehlt haben.“ Daraus ist 1997 ein konkreter Plan geworden, nämlich als die Schutzhütte, die bis dahin auf dem Grundstück stand, aus allen Nähten platzte. Sie sollte durch ein neues Haus ersetzt werden. Zwei Jahre später konnte mit dem Bau begonnen werden und die Naturfreunde haben bis zur Eröffnung 2003 insgesamt 470 Tonnen Erde bewegt, Lärchen auf dem Grundstück geschlagen und bearbeitet und den Außen- und Innenausbau der Hütte übernommen. Da es damals noch keine Zufahrtstraße gab, ist das alles ohne große Maschinen passiert – ganz schön beeindruckend!
Gföhlberghütte Sitzecke© NFI Katrin Karschat
Wichtig war von Anfang an, die Natur so wenig wie möglich zu belasten. So gibt es in der Hütte keinen Dieselgenerator, wie oft üblich, sondern einen Mix aus Sonnen- und Windenergie. Das Wasser kommt seit diesem Sommer aus einem eigenen Bohrbrunnen, während man gleichzeitig durch Trockenkompostanlagen Wasser spart. Außerdem gibt es eine eigene Biokläranlage. Auch beim Bau kam so wenig Chemie wie möglich zum Einsatz – isoliert wurde zum Beispiel mit Schafswolle.
Gföhlberghütte Garderobe© NFI Katrin Karschat
Gföhlberghütte Stammtisch© NFI Katrin Karschat
So fügt sich die Hütte harmonisch in ihre Umgebung ein. Da das Grundstück vor dem Hüttenbau lange sich selbst überlassen war, gab es einen richtigen „Urwald“ auf dem Gelände, erzählt Leopold Dworak. Dieser Urwald lässt sich auch heute noch erahnen und bietet vor allem Familien mit Kindern Raum für spannende Entdeckungen. Auf dem Gelände gibt es eine eigene „Kinder-Hütte“, die natürlich ihre eigene Solaranlage hat. Die kleine Kletterwand wird eifrig für die Jugendarbeit genutzt – mit großem Erfolg! Wenn Sportklettern 2020 in Tokio zum ersten Mal olympische Disziplin wird, dann ist ein Athlet dabei, der bei den Naturfreunden Eichgraben seine ersten Erfahrungen machen durfte.
Gföhlberghütte Kletterwand© NFI Katrin Karschat 
Insgesamt kümmern sich acht Hüttenbetreiber mit ihren Familien um die Gäste, die vor allem im Spätsommer und Herbst gerne auf die Hütte kommen. Aber auch im Winter hat die „Gföhlberghütte“ ihren Reiz: Bei regionalem, köstlichen Essen ins Schneetreiben zu schauen und dann am Kachelofen einen heißen Tee zu genießen, ist nicht die schlechteste Idee, um sein Wochenende zu verbringen.
Gföhlberghütte Lager© NFI Katrin Karschat 
Sollte alles eingeschneit sein, dann kann man sicher einen der 19 Schlafplätze ergattern, um sein Hütten-Abenteuer noch etwas zu verlängern.
Gföhlberghütte Schutzhütte© NFI Katrin Karschat