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Weg mit dem Fleck

Gerade auf dem Sektor Putzen & Waschen hat sich in den letzten 30 Jahren enorm viel verändert. Durchaus in die richtige Richtung, aber auch mit bedenklichen neuen Tendenzen. Durch raffiniertere Rezepturen und hochwertige Kläranlagen führen Reinigungs- und Waschmittel nicht mehr zur Überdüngung von Gewässern. Dafür werden den Produkten neue Substanzen zugesetzt, mit ebenso negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Weißer als weiß, hygienisch statt rein. Glaubt man etwa der Werbung für WC-Reiniger, so sind die hygienischen Standards auf unseren Aborten vergleichbar mit denen auf einer Intensivstation.

Sauberkeit und Desinfektion sind zwei grundverschiedene Dinge.

Auch nachhaltig denkende Menschen sind keine Schmutzfinken und wollen es gern sauber. Das bedeutet aber nicht, dass man auf der Toilette mit der chemischen und in vielen Fällen auch mit der desinfizierenden Keule ausholen muss. Mediziner verstehen unter Hygiene vorbeugende Maßnahmen für die Gesunderhaltung von Körper und Geist. Vielen von uns fällt zum Begriff Hygiene der stechende Geruch von Chlor und Ammoniak ein. Wir setzen Hygiene oft irrtümlich mit Desinfektion gleich. Im privaten Haushalt ist Desinfektion weder nötig noch sinnvoll. Hygienische Sauberkeit schaffen auch normale Haushaltsreiniger. Wirkstoffe zur Desinfektion töten auch die für uns Menschen nützlichen Bakterien und schwächen das Immunsystem. Daher Hände weg von Reinigungsmitteln mit der Aufschrift: desinfizierend, bakterizid, biozid, anti-bakteriell, mit Aktivchlor und reinigt hygienisch.

Foto: Lebensart

Dem Unfug mit Desinfektionsmitteln in Haushaltsreinigern wird mit der Umweltzeichen-Richtlinie "Reinigungsmittel" Rechnung getragen. Ausgezeichnete Produkte dürfen Biozide nur zur Haltbarmachung enthalten. Weiters prüft die Richtlinie die Giftigkeit gegenüber Wasserorganismen, die biologische Abbaubarkeit von waschaktiven Substanzen und verbietet bedenkliche Inhaltsstoffe wie etwa Duftstoffe. So dürfen keine Nitromoschus- und Moschusverbindungen enthalten sein. Diese Duftstoffe sind gesundheitsschädlich, schädigen das Nervensystem und das Immunsystem und führen zu allergischen Reaktionen. Die Langzeitwirkungen von polyzyklischen Moschusverbindungen auf die Gesundheit sind noch sehr schlecht untersucht. Umso bedenklicher ist, dass diese Umweltgifte in großen Mengen hergestellt und in Produkten eingesetzt werden, mit denen wir täglich in Kontakt kommen.

Was Sie wirklich für eine gründliche Reinigung brauchen

Immer mehr KonsumentInnen wollen Umwelt und Gesundheit schonen. Die steigende Nachfrage wirkt sich belebend auf das Angebot an entsprechenden Wasch- und Putzmitteln aus. Dabei ist der Verzicht auf scharfe Chemie beim Putzen die schonendste Variante.

Ein Allzweckreiniger und ein milder Sanitärreiniger reichen allemal für hygienische Bedingungen in WC und Bad. Achten Sie bei Sanitärreinigern auf Produkte auf Basis Ameisen-, Zitronen- oder Weinsäure. Wer das Bad nach Gebrauch trocken hält, entzieht Keimen und Pilzen die optimalen Lebensbedingungen. In der Küche reicht es, Kühlschrank, Arbeitsflächen und Schneidbretter, aber auch Lappen, Schwämme und Geschirrtücher sauber und trocken zu halten. Küchenreiniger mit desinfizierenden Wirkstoffen sind unnötig. Neutralreiniger oder Scheuermittel ohne Chlorzusatz reichen vollkommen aus. Für klare Sicht sorgen schließlich Fensterputzmittel auf Spiritus-Basis.

Datenbanken im Internet erleichtern die Suche nach ökologischen Wasch- und Reinigungsmitteln. Alle Produkte, die das Österreichische und Europäische Umweltzeichen tragen, finden Sie auf dieser Website.
Auf der neuen Datenbank www.umweltberatung.at/oekorein von die umweltberatung sind 300 Öko-Reinigungsmittel für zuhause oder für Firmen- und Verwaltungsgebäude gelistet.
Betriebe finden auf der Einkaufsplattform http://www.ecoporio.eu/shop/name/_Bio-Oeko-Reinigungsmittel/pgGruppe/_71.html eine große Auswahl an Produkten mit Öko-Gütesiegeln.