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Das Hochanger-Schutzhaus- Urlaub daheim

Müde betreten die beiden Wanderer die Stube. Aber das macht nichts, sie haben es nicht weit ins Tal. Wie viele Gäste des Hochanger-Schutzhauses kommen sie aus der Region.
In den letzten Jahren machen wieder mehr Menschen Ferien in der Heimat. Es muss nicht mehr unbedingt die Tropeninsel sein, denn auch in den heimischen Bergen lässt es sich gut wenn nicht sogar besser entspannen, und man hinterlässt noch dazu einen deutlich kleineren ökologischen Fußabdruck.

Der Trend zum Urlaub daheim ist auch hier auf 1.312 Metern Seehöhe spürbar. Hüttenwirt Manfred Schönherr schätzt, dass rund 95 Prozent seiner BesucherInnen Einheimische sind. Ein großer Teil von ihnen stammt aus dem Bezirk Bruck an der Mur. Auch aus Graz und Umgebung finden viele AusflüglerInnen ihren Weg hierher. Früher waren es vor allem die Alten, die oft zweimal die Woche auf die Hütte spaziert sind. Heute sind auch viele Junge dabei, die mit dem Mountainbike den steilen Weg bezwingen oder beim Trail Running ihre Ausdauer trainieren.

Auf der Hütte können sie dann ihre Akkus wieder aufladen – bei einem herzhaften Mahl. Gekocht wird, was die Saison hergibt, und das frisch. Als gelernter Koch legt Manfred Wert drauf, dass er seine Gerichte nicht vorkocht, sondern sie dann frisch zubereitet, wenn der Gast bestellt.

Seit 1923 steht das Hochanger-Schutzhaus an diesem Platz. Das Umweltzeichen hat es 2015 auf Betreiben der Naturfreunde Bruck bekommen. Geheizt wird nur mit Holz. Den Strom liefert die Photovoltaik-Anlage und das Wasser wird mit einer biologischen Kleinkläranlage aufbereitet.

Ein schonender Umgang mit den Ressourcen war auf der Berghütte schon immer notwendig, aber seit sie das Umweltzeichen trägt, wird noch bewusster auf die Verwendung umweltfreundlicher Produkte geachtet, erzählt Hüttenwirtin Marianne. Zwar sind die Auflagen für kleine Betriebe anfangs etwas aufwändiger umzusetzen, aber mit der Zeit macht man es automatisch – und aus Überzeugung. Mittlerweile ist es für Marianne anders gar nicht mehr denkbar. Jetzt kauft sie auch für daheim Produkte mit Umweltzeichen, denn sie möchte auch privat ihren Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten.