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Eine Welt aus Plastik?

Hand aufs Herz: Wer möchte schon in einer Welt aus Plastik leben? Wohl niemand. Trotzdem wird unsere Erde von einer wahren Flut aus haltbarem Plastikmüll überschwemmt. Was dagegen im Großen wie im Kleinen getan werden kann, lesen Sie hier.

Kunststoff. Ganz billig. Was ist überhaupt Plastik? Nun, etwas salopp ausgedrückt, meinen wir damit billig herzustellende, leicht formbare Kunststoffe. Also Werkstoffe, die hauptsächlich aus Makromolekülen bestehen. Hier geht es aber um die wichtige Frage, wie Plastik vermieden werden kann. Denn dass Kunststoffe nicht umweltverträglich sind, ist klar.

Plastikabfall© Kreuzpointner


„You know that we are living in a material world“, trällerte Madonna als „material girl“ 1984 ironisch bis provokant. Das war damals nichts Neues – und ist es auch heute nicht. Aber: es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass es gilt, bestimmte „Materialien“ auf unserer Welt weniger zum Einsatz zu bringen (zu „konsumieren). Und dazu zählt auch Plastik.
Wichtig ist es daher, bereits in der Schule, über diese Problematik zu diskutieren. Das geschieht im besonderen Maße in den mit dem Österreichischen Umweltzeichen (ÖZ) prämierten Schulen.
Eine davon ist das Evangelische Realgymnasium Donaustadt in Wien. Dort wurde im Schuljahr 2017.2018 im Rahmen der Beschäftigung der 6. Klassen mit den SDGs das Projekt „Game Changer“ realisiert. In diesem gingen die SchülerInnen sehr konkret den Fragen nach, wo und wie sich Plastik vermeiden lässt. Ziele des Projekts waren daher, den Plastikkonsum zu verringern und den MitschülerInnen Alternativen zu Kunststoffprodukten vorzustellen. Zur Auseinandersetzung mit der Thematik gehörte die Beschäftigung mit dem Film „Plastic Planet“, der die Gefahren des Plastikkonsums für die Umwelt aufzeigt.

Plastik-Verzicht. In einem Folder haben die SchülerInnen dann durchaus praktikable Vorschläge zusammengefasst: Stofftaschen zum Einkaufen mitnehmen; auf Produkte aus bzw. mit Plastik verzichten; Wasser vom Wasserhahn statt aus der Kunststofflasche trinken; unverpackte Lebensmittel in den Einkaufskorb legen; Plastikmüll sammeln und wiederverwerten.

Plastik. Erschreckend! Was meinen SchülerInnen nun, die am Projekt „Game Changer“ teilgenommen haben, zum Thema „Plastik“? "Die Situation in den Supermärkten ist, was das Verpackungsmaterial betrifft, erschreckend!", gibt Lena Muhm zu bedenken. Und Laura Spitzer ergänzt: „Darum möchten wir die SchülerInnen auf das Plastikproblem aufmerksam machen.“ Und Tobias Stütz betont: "Wir wollen deshalb unsere Erkenntnisse aus dem Projekt mit den MitschülerInnen teilen und ihnen Alternativen zeigen.“
Die SchülerInnen sind damit auf dem richtigen Weg, der auch in den verschiedenen Richtlinien für mit dem ÖZ ausgezeichneten Produkten festgelegt ist.

Evangelisches Gymnasium Donaustadt© Evangelisches Gymnasium Donaustadt


„Plastikfreie“ Schule! Gerade Schulen und Kindergärten in Österreich arbeiten bereits vielfach umweltorientiert – und das mit Erfolg: Eltern und Kinder werden angeregt, Jausen in praktischen Boxen statt Plastiksackerln zu verpacken. Die Jausen-Getränke trinken die Kinder aus bruchsicheren, wiederverwendbaren Flaschen. Und auch Schulbuffets vermeiden Plastik: Dort kommt z. B. Marmelade in Glasschälchen statt in Portionspackungen auf den Tisch. Wichtig auch: bei Schulfesten werden keine Plastikteller und Pappbecher verwendet – so auch im vorgestellten Wiener Evangelischen Realgymnasium Donaustadt. In dieser ÖZ-Schule ist auch die Umstellung von Plastik-Getränkeflaschen auf wiederverwendbare Glasflaschen geplant. Jetzt schon gibt es dort wiederbefüllbare Whiteboard-Stifte!

Innen und außen. Aber auch außerhalb der Schule ist Information wichtig! So weisen Verpackungen von Produkten, die mit dem ÖZ prämiert wurden, keine halogenhaltigen Polymere auf.
Es versteckt sich jedoch auch Plastik in den Produkten, z. B. in Reinigungsmitteln. Wenn diese das ÖZ aufweisen, kann der Konsument sicher sein, dass kein Mikroplastik enthalten ist (UZ30).

Ausgewogen. Zudem: ökologische Reiniger sind schneller ausgepackt – da sie weniger Verpackungsmaterial umhüllt. Häufig werden sie in Kunststoff-Flaschen angeboten, die wiederverwendet, sprich z. B. direkt im Geschäft neu befüllt werden können.
Auch die Sinnhaftigkeit der Verpackung von Biogemüse mit Plastikfolien – im Supermarkt gang und gäbe – sollte überdacht werden.
Und bitte Hände weg von Einweg-Plastikprodukten wie Plastikgeschirr und -besteck, der Umwelt zuliebe! Von der EU-Kommission ist geplant, diese zu verbieten, wie aus dem Richtlinien-Entwurf dazu hervorgeht.
Als Regel sollte bei der Produktwahl gelten: Inhalt umweltschonend und die Verpackung reduziert oder wieder verwendbar/recyclebar.

Blumen. Selbstgepflückt! Ganz ohne Plastik. Am Ende des Videos zu „Material Girl“ (1984) bekommt Madonna von ihrem Verehrer einen Strauß selbstgepflückter Blumen geschenkt – und ist davon schwer beeindruckt! Ganz ohne Plastikfolie, vollkommen verpackungsfrei, überreicht ihr der Traummann die Blumen. Also: höchst vorbildhaft und deshalb zur Nachahmung wärmstens empfohlen!