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Whatsalp: Alpenquerung mit Focus Nachhaltiger Tourismus

Zu Fuß von Wien nach Nizza 
Wie bereits vor 25 Jahren, 1997, machten sich 2017 rund 200 Engagierte Alpenfreunde unter dem Namen „whatsalp“ auf den Weg, von 3. Juni bis 29.September, um den Zustand der Alpen zu dokumentieren. Unter der Leitung einer Gruppe von Alpenfachleuten fanden zwischen Wien und Nizza auf einer Route von 1800 km in Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich etwa siebzig Ortstermine  und Veranstaltungen statt.

 Whatsalp und Österreichisches Umweltzeichen© Österreichisches Umweltzeichen 

Unsere Alpen – wie ist der Zustand der alpinen Regionen im Jahr des nachhaltigen Tourismus?

Die Alpen, mit ihren reichhaltigen Naturschätzen, ihrer biologischen Vielfalt und den Wasser- und Holzreserven, sind ein attraktives Tourismusziel für jährlich etwa 120 Millionen Gäste und somit ein lebendiger Wirtschaftsstandort. Die Menschen, die in die Berge kommen suchen vor allem Erholung in einer unberührten Natur, aber es stellt sich die Frage, wie lange sie diese noch finden werden: Die Alpen stehen an den Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Massentourismus und Klimawandel hinterlassen ihre Spuren

Die wachsende Attraktivität des Skisports und die Errichtung immer größerer und weitläufigerer Skigebiete schaden der ursprünglichen Unberührtheit der Natur. Kaum ein Skigebiet kommt noch ohne künstliche Beschneiung aus. Die robuste Schneedecke sorgt für Bodenverdichtung und Erhöhung der Keimbelastung, auch die des Wassers, das man an manchen Standorten nicht mehr trinken kann. Dazu kommt der riesige Energie- und Wasserverbrauch für die Erzeugung von Kunstschnee.

Die Effekte der Eingriffe durch die Zivilisation werden von den Folgen des Klimawandels noch  verstärkt. Die Gletscher schmelzen rapide und damit schwinden auch die Wasservorräte in den Bergen. Die Erwärmung von nunmehr 2°C verursacht das Auftauen der Permafrostböden, wodurch ganze Felshänge drohen abzustürzen und die Winter werden schneeärmer.

 

Es ist höchste Zeit, den Tourismus in den Alpen nachhaltig auszurichten

Im heurigen Jahr des Nachhaltigen Tourismus müssen wir als alpines Land mit dem höchsten Anteil an den Alpen- 29 % - unsere Aufmerksamkeit verstärkt dem Zustand der Berge widmen und verstärkt für sanften Tourismus eintreten, der die intakte, alpine Landschaft nicht noch stärker belastet und zerstört. So gibt es in Österreich eine Vielzahl an regionalen Ansätzen für einen „sanfteren Tourismus“ wie die „Bergsteigerdörfer“ oder „Alpine Pearls“. In den französischen Alpen haben sich ebenfalls zahlreiche Initiativen gebildet, die zum Beispiel dem verstärkten Verkehrsaufkommen in den Alpen entgegentreten, die Energieeffizienz von Gebäuden verbessern oder das Müllaufkommen reduzieren wollen.

Am wichtigsten ist aber direkt bei den Betrieben anzufangen: Umweltzeichen wie das Österreichische Umweltzeichen oder das EU Ecolabel bieten dazu ein praktikables und gut umsetzbares Instrumentarium, das Betrieben den Weg zu einer nachhaltigeren Entwicklung vorzeigt.

Wenn alle Vorhaben für einen verantwortungsbewussten und sanften Tourismus umgesetzt werden, wie sehen die Alpen in weiteren 25 Jahren, 2042 aus? Dann werden wir hoffentlich weiterhin den Alpenraum mit seiner naturbelassenen Landschaft zur Erholung nützen können und Sommers wie Winters die reine Alpenluft einatmen und über unverbaute Wiesen und Hänge wandern oder Schifahren können.