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“Am Boden bleiben…"

… bedeutet so viel wie: “sich keinen Illusionen hingeben, realistisch/ pragmatisch denken,….” Das sollten Sie jedenfalls bei der Auswahl Ihres Fußbodenbelages tun. Vor- und Nachteile der verschiedenen Materialien im kurzen Überblick.

Bodenbeläge werden oft stark beansprucht und können gleichzeitig – aufgrund Ihrer relativ großen Fläche - eine nicht zu unterschätzende Schadstoffquelle sein. Ausdampfende, synthetische Kleber und Oberflächenbehandlungsmittel, Imprägnierungen und chemische Zusatzstoffe in den Bodenbelägen selbst, wie z. B. Weichmacher oder Formaldehyde, können die Innenraumluft erheblich belasten.


Fußboden© Öhler

 

Teppichböden

können Formaldehyd und Weichmacher enthalten. Mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifizierte Teppichböden sind emissionsarm und gesundheitlich unbedenklich, weil auf flüchtige organische Verbindungen verzichtet wird.

Vorteile: 
◾warm, gemütlich
◾rutschfest
◾schalldämmend

Nachteile:
◾gegenüber Flecken und Verschmutzungen empfindlich
◾für Allergiker bedingt empfehlenswert (hierfür gibt es spezielle Produkte)

 

Kork

ist ein natürliches Material das aus der Rinde von Bäumen gewonnen wird. Aufgrund seiner angenehmen Haptik fühlt sich der Boden unter den Füßen stets gut/fußwarm an.  Wer keine raumluftbelastenden Schadstoffe mit dem Fußbodenbelag in sein Heim holen möchte, muss Korkböden ohne lösungsmittelhaltige Lacke kaufen. Diese werden oft zum Versiegeln eingesetzt. Mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifizierte Korkböden werden mit Natur-Harzen, -Ölen, -Wachsen oder Lacken auf Wasserbasis versiegelt.

Vorteile: 
◾100% Natur, daher vollständig recyclierbar
◾feuchtigkeitsregulierend
◾gut Schall- und Trittdämmend
◾gut für Allergiker (Kork nimmt keinerlei Milben oder Staub auf)
◾pflegeleicht (Staubsaugen und feuchtes Wischen sind ausreichend)
◾warm
◾kein elektrostatisches Aufladen
◾elastisch

Nachteile: 
◾Versiegelung nötig, da die Oberfläche ansonsten relativ empfindlich ist
◾aufgrund der natürlichen Ausdehnung Dehnungsfuge erforderlich

 

Linoleum

Ist eine Kombination von Leinöl, Holz- oder Korkmehl, Naturharz, Pigmenten und gemahlenem Kalkstein. Jute wird in der Regel als Trägermaterial eingesetzt. Kurzum: Linoleum besteht aus natürlichen Rohstoffen. Es wird in vielen Farben angeboten. Zudem muss man Linoleum-Böden auch nicht mehr wachsen, wie man das früher gewohnt war. Stattdessen sorgt eine Schutzschicht für den gewünschten Effekt. Umweltzeichenzertifizierte Hersteller verwenden ausschließlich Holzmehl aus zertifizierter Holzwirtschaft und keine Rohstoffe von tropischen Bäumen.

Vorteile: 
◾natürlich und umweltfreundlich (kompostierbar)
◾pflegeleicht, strapazierfähig und langlebig
◾gut verträglich mit Fußbodenheizung
◾fußwarm
◾antistatisch, hygienisch und antibakteriell

Nachteile:
 ◾teurer als vergleichbare PVC-Böden

 

Laminat

Die Oberfläche von Laminatböden besteht aus einer dicken, harten Kunststoffschicht. Sie wird Melamin genannt und ist auf Dekorpapier mit Holzmuster aufgetragen. Trägermaterial ist eine Hartfaser- oder Spanplatte. Laminatböden sind sehr hart, laden sich stark elektrostatisch auf und sind nicht renovierbar.

 Vorteile: 
◾strapazierfähig
◾leichtes Verlegen dank Klick-System
◾Design Vielfalt
◾hygienisch
◾günstig

Nachteile:
◾Trittschalleffekt relativ hoch (Dämmmaterial wichtig!)
◾empfindlich gegenüber Feuchtigkeit (abhängig vom Produkt)
◾abschleifen ist nicht möglich

 

Holzböden

Holzböden geben Innenräumen eine wohnliche Atmosphäre. Wenn Sie mit natürlichen Ölen und Wachsen oberflächenbehandelt sind, können sie durch Feuchteregulation enorm zu einem gesunden Raumklima beitragen. Falls sie sich einen Holzboden wünschen bevorzugen Sie nach Möglichkeit  mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnete Vollholzböden (Parkett, Dielen, Schiffboden) aus heimischen Holzarten die auf Unterkonstruktion vernagelt werden und deren Oberfläche mit natürlichen Ölen und Wachsen behandelt ist. Neben den etwas "weicheren" Nadelholzarten Fichte, Lärche und Kiefer, kommen hier vor allem die Harthölzer wie Eiche, Buche, Ahorn, Esche, Birke, Erle oder Kirsche in Frage. Fußboden-Hartöle und -wachse sind aus baubiologischer Sicht Versiegelungslacken vorzuziehen. Lackierte Böden können, da ihre Oberfläche "versiegelt" ist, nichts mehr wie naturharzbehandelte Böden zur Feuchteregulierung der Raumluft beitragen und geben zudem Schadstoffe an die Raumluft ab. Geölte oder gewachste Holzoberflächen hingegen wirken regulierend auf das Raumklima und laden sich nicht elektrostatisch auf.

Vorteile: 
◾langlebig, strapazierfähig
◾attraktive Optik
◾Naturmaterial
◾Schäden lassen sich ausbessern
◾fördert ein gesundes Wohnklima (vorausgesetzt es wird auf entsprechendes Klebematerial verzichtet)

Nachteile:
◾relativ höherer Preis
◾Pflegeaufwand

 

Fliesen

Fliesen überzeugen mit hygienischen Oberflächen, einem geringen Pflegeaufwand und Langlebigkeit. Die Reinigung fällt leicht. In stark genutzten Räumen, wie Vorraum oder der Küche sowie in feuchten Badezimmern, sind Fiesen ein perfekter Untergrund. Feuchtigkeit kann ihnen nichts anhaben. Tipp: Legen Sie sich einige Ersatz-Fliesen auf Lager. Sollte mal eine kaputt gehen, haben Sie immer die Chance einen Austausch durchzuführen und sind nicht vom Handel abhängig.

Vorteile: 
◾langlebig
◾robust
◾sehr pflegeleicht
◾hygienisch
◾gut für Feuchträume
◾vielfältige Designs
◾für Fußbodenheizung ideal (Im Vergleich zu Parkett rund fünf mal höhere Wärmeleitfähigkeit)

Nachteile: 
◾gegenüber Schlägen empfindlich (je nach Produkt mehr oder weniger)
◾Schalldämmung schlecht
◾Untergrund kann je nach Fliese kalt und ungemütlich wirken
◾Kosten

 

Beton

Nachdem Betonböden vorwiegend in Kellern treue Dienste leisteten, erobert das grobe Material immer mehr Wohnlandschaften. Im Vergleich zu Fliesen werden keine Fugen nötig, sondern ein ebenmäßiger Bodenbelag verlegt. Das macht den Untergrund besonders pflegeleicht. Wer einen Fußboden bevorzugt, der einen kühlen Charme aufweist, ist bei Beton richtig. Eine Beschichtung (verschiede Farben und Schattierungen sind möglich) ist unverzichtbar, damit der Beton gegenüber Flecken unempfindlich bleibt.  Achtung: 2-komponenetige Beschichtungen auf Epoxyharzbasis haben allerdings einen hohen Lösemittelanteil und sollen tunlichst vermieden werden!

Vorteile:  
◾robust und anglebig
◾pflegeleicht
◾günstig
◾keine Fugen

Nachteile: 
◾muss beschichtet werden, oft mit stark lösemittelhaltigen Produkten
◾eher kühle Oberfläche
◾Wohnklima kann je nach Design „kalt“ wirken
◾eingeschränkte Design-Vielfalt (jedoch bringen die Hersteller immer mehr Varianten auf den Markt)
◾nach dem Verlegen ist lange Trocknungsphase nötig


Egal, für welches Material sie sich entscheiden: mit einem Fußboden, zertifiziert mit dem Österreichischen Umweltzeichen sind Sie jedenfalls auf der sicheren Seite, was Schadstoffemissionen und den ökologischen Fußabdruck ihres Bodenbelages betrifft!