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STARS+20: Pilgern zu mehr Nachhaltigkeit

 Im Rahmen des internationalen LIFE Projektes STARS +20 arbeitet das sterreichische Umweltministerium gemeinsam mit spanischen Jakobsweg-Organisationen daran, entlang der Pilgerrouten des Jakobsweges Reisende in ganz Europa fr das Thema zu sensibilisieren und Manahmen gegen den Klimawandel in Tourismusbetrieben aufzuzeigen.

Starsplus20© Starsplus20
Tourismus als Umweltsnder?
Das Wachstum des Tourismussektors fhrt zu einer Steigerung an umweltbelastenden Emissionen. Die Tourismusdestinationen sind vor die Herausforderung gestellt, diese kologischen Einflsse zu reduzieren. Um die europische Klimastrategie 2020 zu untersttzen, wurde das LIFE-Projekt Stars +20 ins Leben gerufen.
Klimarelevante Manahmen wurden in fnf spanischen und einem sterreichischen Tourismusbetrieb entlang des Jakobswegs implementiert und ein Jahr lang hinsichtlich Energie- und Wasserverbrauch sowie CO2 - Emissionen beobachtet. Die Manahmen wirken auf mehreren Ebenen angebotsseitig auf Tourismusbetriebe und nachfrageseitig auf Reisende.
In einer begleitenden Studie konnte nachgewiesen werden, dass die umgesetzten Manahmen sowohl positive technisch-konomische als auch soziale und wettbewerbsrelevante Effekte zeigten. Als Ergebnis des Projekts konnte somit ein Katalog an kologischen Manahmen zusammengestellt werden, der als Empfehlung fr andere Tourismusbetriebe verbreitet werden soll.

Solaranlage Schiffmeisterhaus Ardagger© Schiffmeisterhaus Ardagger

Tourismus wichtiger als Autoindustrie und Chemie

Der Beitrag des Tourismus zum globalen BIP ist doppelt so gro wie jener der Automobil- und Chemieindustrie zusammen. Dem Tourismussektor kommt eine Schlsselrolle bei der Arbeitsplatzschaffung und als Wachstumstreiber zu. Jeder elfte Job weltweit wird derzeit der Tourismusindustrie zugerechnet. Nachhaltige Tourismusentwicklung untersttzt die Wirtschaftsentwicklung und Wettbewerbsfhigkeit eines Landes und wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Besonders fr lndliche und einkommensschwache Regionen bietet der Tourismus vielversprechende Mglichkeiten zur Schaffung von Arbeitspltzen und Erhhung des Bruttoinlandsprodukts. Insbesondere eine nachhaltige touristische Entwicklung trgt dazu bei, fr ursprnglich stark von Landwirtschaft, Industrie und informeller Arbeit geprgte Regionen, stabile Einkommen zu schaffen und die kulturellen und natrlichen Ressourcen in Szene zu setzen. Das touristische Angebot besteht vorwiegend aus vor Ort angebotenen Dienstleistungen und somit knnen die Arbeitsschritte etwa nicht in Lnder mit geringeren Lohnkosten ausgelagert werden. In kaum einem anderen Wirtschaftszweig werden so viele Arbeitspltze geschaffen, nmlich 50 Arbeitspltze pro einer Million investierten US-Dollar.
Die Reise- und Tourismusindustrie wchst relativ kontinuierlich weiter und hat sich dabei in der Vergangenheit als stabil gegenber Erschtterungen erwiesen. Darber hinaus bietet er Arbeitspltze fr smtliche Qualifikationsniveaus.

KEM Wagram© KEM Wagram
Empfehlungen fr Betriebe und sozio-konomische Auswirkungen
Die Analyse und der Vergleich der im Rahmen des Projekts in Pilgerherbergen umgesetzten Manahmen zeigt, dass es sich einerseits um solche aus dem Managementbereich handelt (Audit und Monitoring, Wartung) bzw. um technisch nicht allzu aufwndige Manahmen (Durchflussbegrenzung, Mlltrennbehlter) bzw. Manahmen aus dem Bereich der Kommunikation (Ausschilderung der Nachhaltigkeitsmanahmen). Auffallend, aber fr das Projekt bezeichnend, da auch im Frderumfang enthalten, ist lediglich, dass sich auch die doch noch sehr innovative Anforderung einer Ladestation fr Elektrofahrzeuge unter den Top-Nennungen befindet.
Diese Manahmen sind auf jeden Fall und beinahe uneingeschrnkt dazu geeignet, Betrieben zur Umsetzung zu empfehlen. Es handelt sich dabei durchgngig um Manahmen, die sich in den Kriterien des sterreichischen Umweltzeichens als Muss- oder Soll-Bestimmungen wiederfinden, 
    

Die kumulierten Ergebnisse der sozio-konomischen Studie zeigen, dass die Implementierung der Manahmen in den sterreichischen und spanischen Regionen ber lngere Zeit zu mehr Zufriedenheit und einer Erhhung des Lebensstandards fhren drfte, Regionen bzw. Lnder Wettbewerbsvorteile daraus ziehen, Arbeitspltze geschaffen bzw. langfristig gesichert und Umweltschutzeffekte erzielt werden. 

 

Internationale Pilgerkonferenz in Santiago de Compostela

Von 5.-6-Mai trafen sich im Staatlichen Parador in Santiago des Compostela Vertreter von Pilgerorganisationen und Pilgerherbergen aus ganz Spanien sowie Vertreter der kommunalen und regionalen Wirtschaft und Politik um Probleme und Strategien fr die weitere Entwicklung des Europischen Jakobswegs als kulturell- spirituelle genauso wie als touristische Institution zu diskutieren. Im Sinne des von der Stiftung San Valero aus Zaragoza unter Leitung von Cesar Romero initiierten Projekts STARS+20 wurden insbesondere Aspekte der Nachhaltigkeit als wichtig fr die zuknftige Entwicklung identifiziert. Das Umweltministerium war dabei durch das sterreichische Umweltzeichen vertreten, das in seinen Kriterien als gute Richtschnur fr die nachhaltige Weiterentwicklung auch von Pilgerherbergen dienen kann. Die groe Bedeutung des Jakobswegs fr die touristische Entwicklung der Region Galicien wurde in eine Diskussionsrunde moderiert von Projektleiterin Nieves Zubalez hervorgehoben. Die besodnere Bedeutung der Freiwilligenarbeit wurde von den Organisatoren der FEAACS, der Vereinigung der Freunde des Jakobswegs hervorgehoben.