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Green Meetings: Gäste schätzen ökologisches Engagement

Die Zahl der Veranstalter, die ihre Tagungen und Kongresse nach ökologischen Kriterien ausrichten, wächst. Doch wie wird dieses Angebot bei den TeilnehmerInnen angenommen. „Durchwegs positiv“ heißt es dazu beim Congress Centrum Alpbach (CCA) nach mehreren Jahren Erfahrung.

Das Tiroler Bergdorf Alpbach hat sich als Kongress- und Tagungsort einen Namen gemacht. Aushängeschild ist natürlich das Europäische Forum Alpbach (EFA), bei dem sich Jahr für Jahr Nobelpreisträger, Wissenschaftler, Philosophen, Wirtschaftsfachleute und Politiker aus aller Welt zum Gedankenaustausch treffen. 4.000 Gäste genießen alljährlich das Ambiente der natürlichen Bergwelt Tirols.

 Congress Center Alpbach Luftbild

Seit einigen Jahren können sie dieses auch nachhaltig tun. 2009 wurde die Veranstaltung erstmals bewusst nachhaltig organisiert und schließlich 2010 und 2011 als „Green Meeting“ mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert, was auch für die diesjährige Tagung vom 16. August bis 1. September wieder angestrebt wird.

Die Gäste schätzen das sehr. „2010 und 2011 wurden die EFA TeilnehmerInnen dazu detailliert befragt. 94 Prozent sind während der Veranstaltung Bemühungen zum Umweltschutz und zur Ressourceneinsparung aufgefallen“, berichtet CCA Geschäftsführer Georg Hechenblaikner. „Das Feedback hat uns aber auch gezeigt, dass manche unserer Aktivitäten gar nicht wahrgenommen werden. Wir müssen hier noch einiges an Informationsarbeit leisten.“

Was im Detail besonders geschätzt wird, hängt sehr stark vom Herkunftsland ab. Während österreichische Gäste vor allem die regionalen und saisonalen Angebote der Gastronomie hervorheben, wird von den internationalen BesucherInnen in erster Linie das Abfallmanagement und der Umgang mit den Ressourcen positiv gesehen. „Das hängt sicher damit zusammen, dass das bei uns schon als selbstverständlich gesehen wird“, meint Hechenblaikner. „Das Thema Energieeffizienz kommt vor allem bei den Gästen an, die sich dafür speziell interessieren.“

Die Nagelprobe ist für Hechenblaikner nach wie vor die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Diese Entscheidung trifft der Teilnehmer selbst. Wie sie ausfällt hängt stark davon ab, wie attraktiv das Angebot gestaltet ist. Halbpreistickets der ÖBB in Kombination mit kostenlosen Shuttlediensten werden gut angenommen, treffen allerdings auch auf Grenzen in den Veranstaltungsbudgets.“ Zusätzlich erschwerend kommt hinzu, dass nur wenige der Railjet Hochleistungszüge der ÖBB in Wörgl und Jenbach halten. Die Gäste müssen daher oftmals auf Eurocity oder Intercity Züge umsteigen, was die Anreise um ½ bis ¾ Stunde verlängert.

Trotz dieser Hindernisse ist Hechenblaikner überrascht, wie positiv das Angebot angenommen wird. „Beim Europäischen Forum Alpbach wurde die Frequenz der Shuttlebusse genau analysiert und festgestellt, dass unsere Gäste hier wesentlich zufriedener sind als wir selbst. Und wer mit dem eigenen Auto anreist, lässt auch gerne mal sein Fahrzeug stehen und nutzt das öffentliche Angebot vor Ort.“
Wesentlich kritischer wurden anfangs die Möglichkeiten im Bereich der Gastronomie betrachtet. „Die Veranstalter organisieren natürlich auch Rahmenprogramme, die die TeilnehmerInnen zu den regionalen Gastronomiebetrieben führen. Bei Veranstaltungen, die nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Meetings zertifiziert werden, müssen von diesen Betrieben alle spezifischen Kriterien erfüllt werden. Beim Europäischen Forum Alpbach konnten wir zusätzlich bei allen relevanten Häusern erreichen, dass mindestens ein Tagesgericht angeboten wird, das den ‚Green Meetings‘ – Richtlinien entspricht. Dadurch ist die Skepsis der Organisatoren gesunken. Die Gäste schätzen das interessante Angebot regionaler und saisonaler Gerichte ohnehin, wie sie für ein „Green Meeting“ selbstverständlich sind und sehen sie sogar als attraktives Plus