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Green Events

Seit 2010 können besonders umweltfreundliche Meetings wie Tagungen und Kongresse mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet werden. Die Kriterien der Richtlinie „Green Meetings“ wurden jetzt auch auf den Event-Bereich erweitert.

Als „Events“ gelten fast alle Arten von Veranstaltungen, ausgenommen Sportveranstaltungen, die auf einer bestehenden Anlage durchgeführt werden. „Mit der neuen Richtlinie können diese Veranstaltungen nach österreichweit einheitlichen, ökologischen Kriterien organisiert und zertifiziert werden“, freut sich Michael Draxler, Geschäftsführer der stadt wien marketing gmbh, der Veranstaltungsagentur der Hauptstadt.

ACB- Menschen bei Event

Gemeinsam mit dem event marketing board austria (emba), der denkstatt gmbh, dem Lebensministerium und dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat er an der Weiterentwicklung der Standards gearbeitet. Eine konkrete Veranstaltung hat Draxler auch schon im Auge. „2013 findet die Velo-City, der weltweit größte Fahrradkongress in Wien statt. Bislang konnten wir nur für den Kongress selbst das Österreichische Umweltzeichen bekommen, mit der neuen Richtlinie können wir auch die side-events für die Bevölkerung zertifizieren lassen.“ Darüber hinaus sieht er noch viele weitere Möglichkeiten wie zum Beispiel die Ökobusinessplan-Gala oder das Filmfest am Rathausplatz.

Bei den Veranstaltungen selbst müssen besondere Umwelt-Leistungen erbracht werden. So muss es ein Angebot für eine umweltverträglichen An- und Abreise geben, Abfall muss möglichst vermieden werden, bei der Verpflegung sind regionale, saisonale, biologisch produzierte oder fair gehandelten Produkte gefragt. Besonderes Augenmerk wird bei den „Green Events“ auf die unmittelbaren Auswirkungen auf die Natur gelegt, da viele dieser Veranstaltungen im Freien stattfinden. Ein Mega - Konzertspektakel auf der grünen Wiese wird wohl kaum den Anforderungen entsprechen.

Mit dem Umweltzeichen für „Green Events“ soll das Thema Nachhaltigkeit in der Eventbranche etabliert und ein Umdenken herbeigeführt werden. Das Interesse der Branche ist laut Draxler durchaus gegeben, auch weil sie darin einen neuen Markt erkannt hat: „Unternehmen heften sich zunehmend ihr nachhaltiges Engagement auf die Fahnen. Ihre Veranstaltungen stehen ganz besonders im Blickfeld der Öffentlichkeit. Es ist daher geradezu logisch, diese umweltbewusst auszurichten und auch zertifizieren zu lassen. Lizenzierte Eventagenturen haben dann das know-how, die Veranstaltung gemäß der Green Event Richtlinie durchzuführen.“

Neben den ökologische Vorteilen und möglichen Einspareffekten kommt ein weiterer Faktor zum Tragen, der auch nicht ganz unwesentlich erscheint: Die Veranstalter erkennen zunehmend den Marketingvorteil gegenüber Sponsoren, Förderern und der Öffentlichkeit, wenn sie ihre Events mit einem staatlichen Gütesiegel wie dem Österreichischen Umweltzeichen präsentieren.

 

Christian Jobst- Menschen bei Event