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Umweltzeichenpreis für die besten Nachwuchstester 2017/18

Wie gut sind Smoothies? Welche Finanzprodukte für Jugendliche gibt es? Sind Solarladegeräte die Zukunft der mobilen Stromversorgung? Mit diesen und vielen anderen Themen beschäftigten sich die 680 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) veranstalteten Wettbewerbes JETZT TESTE ICH!

Der Schülerwettbewerb JETZT TESTE ICH! weist einen konkreten, aber auch sehr praxisnahen Ansatz zur Verbraucherbildung auf und findet als Projekt zur Förderung der Verbraucherbildung seit 2006 im zwei- bis dreijährigen Rhythmus statt. Der diesjährige Wettbewerb wurde von der Oesterreichischen Nationalbank, dem Österreichischen Umweltzeichen des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH unterstützt.
145 Arbeiten wurden beim diesjährigen Wettbewerb eingereicht und bewertet. Die zehn besten Projekte wurden im Kassensaal der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) prämiert. Die Preisgelder in der Höhe von 8.500 Euro teilen sich Projektteams aus Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Wien – darunter die GewinnerInnen des OeNB-Sonderpreises „Jugend & Geld“ und des heuer zum dritten Mal vergebenen „Umweltzeichen-Preises“. Eine hochkarätige Jury zeigt sich vom Ideenreichtum und der Hingabe der Nachwuchstesterinnen und -tester sehr beeindruckt. 


Umweltzeichen-Preis
Zum dritten Mal wurde der vom Österreichischen Umweltzeichen mit jeweils 850 Euro dotierte „Umweltzeichen-Preis“ vergeben. Andreas Tschulik, Leiter der Abteilung Betrieblicher Umweltschutz und Technologie im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT): „Durch die Einbindung von Schülerinnen und Schülern in die Umsetzung des Österreichischen Umweltzeichens wird an Umweltzeichenschulen wichtige Bewusstseinsbildung betrieben. Den Jugendlichen werden dadurch Möglichkeiten für einen umweltbewussten Lebensweg aufgezeigt. Die kritische Auseinandersetzung mit den Anforderungen an das Österreichische Umweltzeichen animiert die jungen Konsumenten zu spannenden Projekten. Sowohl beim Hauptbewerb als auch beim OeNB-Sonderpreis zählten Projekte von Umweltzeichenschulen zu den Besten. Der bewusste Umgang mit den Ressourcen und das kritische Hinterfragen des eigenen Verhaltens war auch in den beiden Siegerprojekten wiederzuerkennen.“

Verleihung VKI-WB Dornbirn© Schneider

Altersgruppe 1998-2001: Solarladegeräte. Zukunft der mobilen Stromversorgung (HTL Villach, Kärnten)
Christian, Simeon, Michael, Sebastian und Sascha, fünf Schüler der Höheren Technischen Lehranstalt Villach, haben festgestellt: „Fossile und atomare Energiegewinnung zerstören langsam unsere Umwelt und Substanzen wie Öl sind weiters auch nur begrenzt verfügbar, was bedeutet, dass diese uns irgendwann zur Neige gehen werden.“ Alternativen dazu gibt es jedoch bereits – und deren praktikabler Einsatz im täglichen Leben wurde von den SchülerInnen getestet. Genauer wurden sogenannte mobile Solarkollektoren getestet. Diese kommen in verschiedensten Formen und Ausführungen. Für diese Testung wurden ein Rucksack mit abnehmbarem Solarpanel, eine Ledertasche mit integrierten Solarpanels, ein alleinstehendes anklippbares Solarpanel und eine Solar-Powerbank herangezogen. „Als Tage für die Messung wurden jeweils zwei sonnige- und ein bewölkter Tag gewählt, um reale Einsatzbedingungen zu simulieren.“ Die Ergebnisse der Messungen wurden verglichen, wobei hier auch weitere Faktoren berücksichtigt wurden. Der Preis oder das Aussehen der Produkte hat hier auch Beachtung gefunden.
Mit den selbst generierten Ergebnissen haben sich die vier dann aufgemacht, um Menschen in ihrer Umgebung zu den Produkten zu befragen. Einer der Fragen lautete hierbei: „Finden Sie die Idee gut, Ihre portablen Elektrogeräte mit umweltfreundlichem Sonnenstrom aufzuladen?“ Ganze 82,5% der Befragten antworteten auf diese Frage mit einem klaren „Ja“.
Ein eindeutiges Urteil, welches für das eine oder andere Produkt spricht, lässt sich nicht fällen. Alle Produkte haben bei der Testung der Schüler gut abgeschnitten – sie bringen jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich.

Altersgruppe 2002-2005: Versorgung mit Trinkwasser (Zentrum für Inklusiv- und Sonderpädagogik Tamsweg, Salzburg)

„Menschen, Tiere, Pflanzen brauchen sauberes Wasser zum Leben.“ Mit diesem Grundgedanken haben sich die SchülerInnen Kevin, Alex, Christoph, Nathalie, Paul und Thomas daran gemacht, sowohl Wasserproben aus ihrer Umgebung zu testen, als auch eine Umfrage unter der SchülerInnenschaft durchzuführen. Ziel dabei war, auf Wasserverschwendung aufmerksam zu machen und Überlegungen anzustellen, wie Wasser gespart werden kann.
Im ersten Schritt haben sich die SchülerInnen mit der Generierung von Trinkwasser auseinandergesetzt. Daran anschließend wurden MitschülerInnen über ihren Umgang mit Trinkwasser befragt. „Sparst du Wasser? Wie viel Wasser verbrauchst du täglich? Für welchen Zweck verwendest du am meisten Wasser? Wo oder wie verwendest du Wasser?“ Fazit der Umfrage war, dass zwar alle angegeben haben, aktiv Wasser zu sparen, aber es doch noch die ein oder anderen Tipps und Tricks gibt, die man sehr einfach in den Alltag integrieren kann, um noch mehr zu sparen. Beim Besuch auf der Toilette wird beispielsweise in den meisten Haushalten sehr viel Trinkwasser für die Spülung verwendet. Beim Betätigen der Spartaste kann man dem Einhalt gebieten, wie es Kevin, Alex, Christoph, Nathalie, Paul und Thomas beschreiben.
Auch eine Kläranlage sollte im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Frage der Versorgung mit Trinkwasser besucht werden.
Zum Abschluss des Projekts wurden auch noch Wasserproben aus der Umgebung Lungaus gesammelt und auf ihren PH-Wert und ihren Geschmack getestet. Die Ergebnisse wurden in einer Tabelle und mit Fotografien dokumentiert.

Das sind die Siegerprojekte des Hauptbewerbes:
Altersgruppe 1998-2001:
1. Platz: Mathe-App (HBLW Ried im Innkreis, Oberösterreich) – 1.000 Euro
2. Platz: Joghurt und Milch: Im Test und als Test (Alexandra Waldherr, Wien) – 850 Euro
3. Platz: Topp oder Flopp? JETZT TESTE ICH! Taschentücher (Expositur der HLMW9 für Hörbeeinträchtigte, Wien) – 700 Euro

Altersgruppe 2002-2005:
1. Platz: Smoothies im Test (Umweltzeichenschule PORG Volders St. Karl, Tirol) – 1.000 Euro
2. Platz: Wir lassen uns nicht durch den Kakao ziehen! (Praxismittelschule der PH Wien, Wien) – 850 Euro
3. Platz: Alle Tage wieder – Der Vergleich von Binden, Tampons, Menstruationstassen und Stoffbinden (BAfEP8, Wien) – 700 Euro

Der OeNB-Sonderpreis „Jugend & Geld“ ging in der Altersgruppe 1998-2001 an die Vienna Business School Augarten, für das Projekt „Analyse von Finanzprodukten für Jugendliche“.
In der Altersgruppe 2002-2005 überzeugte der Test „Jugendwarenkorb“ der SchülerInnen der Umweltzeichenschule Bundesgymnasium Dornbirn, Vorarlberg.