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Das sind unsere Umweltzeichen – Kindergärten

Was macht einen ausgezeichneten Kindergarten aus? Ist es die Ausrichtung der pädagogischen Arbeit nach den Bedürfnissen der Kinder? Oder das Raumkonzept und die Innen- und Außenausstattung? Oder ist es vor allem die gesunde und ökologische Ernährung, die den Kindern geboten wird? Es ist all das und noch viel mehr: In Bildungseinrichtungen, die Wert auf Nachhaltigkeit auf allen Ebenen legen, haben die Kinder die Möglichkeit Tag für Tag ein Verständnis für die dahinterliegenden Werte aufzubauen und ein dahingehendes Verhalten kennenzulernen.

Das Österreichische Umweltzeichen für Kindergärten gibt nicht nur Mindestanforderungen vor, sondern ermutigt die Betreuungseinrichtungen sich ihrer eigenen Stärken bewusst zu werden und im Sinne des Lebenslangen Lernens immer weiter auszubauen. Es ist eine Auszeichnung für authentisches, umweltorientiertes Arbeiten, für begeistertes und konsequentes Tun. Den Kindergärten wurde während der Umsetzung der Kriterien bewusst, dass viele der Ziele bereits gelebter Alltag eines auf Qualität und Bewusstseinsbildung spezialisierten Kindergartens sind. Die Vorbereitung für die Zertifizierung hatte aber auch wertvolle Erfahrungen und neue Impulse aufgezeigt. Wichtig ist es vor allem die Vielfalt der Wirkungen und Leistungen zu sehen. Pädagogik, Umweltschutz, Partizipation der Kinder, die Gesundheit der MitarbeiterInnen, Mobilität, Integration - die Gesamtheit der Initiativen macht einen guten Kindergarten aus.

Hier stellen wir Ihnen einige Besonderheiten unserer Umweltzeichen-Kindergärten, die immer wieder neue Ideen haben, um ihren Bildungsalltag nachhaltig zu gestalten, vor.

Kreativ und nachhaltig gestalten

Das Verständnis für die Natur und Umwelt sowie ein respektvoller Umgang miteinander sind zentral in der Philosophie von Sonnenscheinchen - dem betrieblichen Kindergarten von Sonnentor. Dabei erleben die Kinder nicht nur die liebevoll gestalteten Räumlichkeiten sondern lernen auch selbst, dass aus gebrauchten Materialien noch schöne Dinge entstehen können. Bewusst werden scheinbar wertlose Alltagsgegenstände und gebrauchte Möbel sinn- und stilvoll eingesetzt. Aus Holzabfällen werden gemeinsam mit den Kindern Bausteine hergestellt und aus einer mit Eierkartons ausgekleideten Schachtel wird ein Lärmhaus, in dem die Kinder die Akustik innerhalb und außerhalb vergleichen können. Außerdem können die Kinder auf einer selbstgebastelten Lärmuhr einstellen, wie sie den Geräuschpegel momentan empfinden.

Kinder basteln© Guttmann

Partizipation leben – auch mit den Jüngsten

Dass Kindergartenkinder schon viele kleine und große Dinge, die sie betreffen, mitentscheiden können und wollen zeigt der Betriebskindergarten am Campus der WU Wien. Es gibt in jeder Gruppe gewählte GruppensprecherInnen (jeweils ein Bub und ein Mädchen). Diese durften zum Beispiel mittels einer Kinderkonferenz die Verpflegung und Spiele des Faschingsfestes auswählen. So gab es statt der üblichen Faschingskrapfen Muffins und als Programm Kinderkino und Kinderdisco. Auch beim täglichen Speiseplan werden die Kinder mit einbezogen. Jeweils eine Kindergruppe darf aus dem Angebot der Mensa den Menüplan für die nächste Woche zusammenstellen.

 Fasching© Schneider

Räume für unterschiedliche Interessen

Der Betriebskindergarten Finanzzentrum in Wien Mitte war ebenfalls einer der Pilotkindergärten für das Österreichische Umweltzeichen. Durch das pädagogische Angebot KIWI waren bereits einige Qualitätsmerkmale wie ein erhöhter Betreuungsschlüssel und die Arbeit mit unterschiedlichen pädagogischen Konzepten gegeben. Zusätzlich werden in diesem Kindergarten auch Schwerpunkträume für die Arbeit mit verschiedenen Themen angeboten. Kreativität und Musik, Rollenspiel und Sprache, Sinne und Wahrnehmung, Bauen und Konstruieren sowie Naturwissenschaft und Technik können in diesen Räumen erlebt werden.

 Pizzaofen© Schneider

Kochen mit Bioqualität und Männerquote

Der Privatkindergarten & Hort Mary Poppins vertritt seit über 50 Jahren die Interessen der politisch und konfessionell unabhängigen Kindergärten und Horte in Wien. Es wird Wert auf einen hohen Betreuungsschlüssel und eine hohe Männerquote gelegt (Männlicher Pädagoge, Praktikant, Koch, Reinigungsmann). Das Thema der Ernährung liegt den Verantwortlichen sehr am Herzen. Daher werden die Speisen täglich frisch mit hochwertigen, regionalen Biolebensmitteln zubereitet. Auch auf die ökologische Verträglichkeit der Reinigungsmittel wird geachtet. Selbstverständlich sind auch Fortbildungen für die MitarbeiterInnen – unter anderem rund um das Österreichische Umweltzeichen.

 Baum klein

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Nicht nur die Kinder und die PädagogInnen sind Teil des Umweltzeichenprozesses sondern auch die Trägerorganisationen und vor allem die Eltern sollen in die durch die Zertifizierung angestoßenen Veränderungen einbezogen werden. Dies ist vor allem im Städtischen Kindergarten in der Lüstbühelstraße sehr gut gelungen. Die Eltern sind selbst Teil des Umweltzeicheteams und organisieren neben der ReUse Ecke auch den Flohmarkt und die Tauschbörse. So kann Nachhaltigkeit im Bereich Konsum und Wiederverwendung gemeinsam mit den Kindern gelebt werden.

 Abfalltrennung© Kreuzpointner

Kulturelle Vielfalt erleben

Der Städtische Kindergarten Brucknerstraße am Rande des Bezirks Jakomini in Graz wird durch eine männliche Hilfskraft unterstützt, die den Kindern nicht nur Englisch und Französisch sondern auch seine afrikanische Muttersprache beibringt. Zusätzlich wurden gemeinsam mit den Kindern Trommeln angefertigt und afrikanische Gerichte zubereitet. Der Kindergarten lebt seine Vielfalt auch durch die Verkostung von verschiedenen von den Eltern gekochten Speisen und dem Singen von Liedern aus den unterschiedlichen Kulturen. Einmal in der Woche wird ein Sportlehrer eingeladen um die Bewegungskompetenz der Kinder gezielt zu fördern.

Bücherschrank