Urlaub mit Mehrwert vom „Reiseveranstalter ihres Vertrauens“


Seit vielen Jahren gibt es Reiseanbieter, die sich speziell auf dieses Tourismussegment spezialisiert haben. So haben sich etwa im deutschen „forum anders reisen e.V.“ rund 130 Reiseveranstalter zusammengeschlossen, die sich dem nachhaltigen Tourismus verpflichtet sehen. Auch große Anbieter wie etwa TUI oder Ruefa kommen nicht mehr daran vorbei, sich mit Fragen der Ökologie und der Nachhaltigkeit zu beschäftigen.

Ausgezeichnete Angebote

Das Österreichische Umweltzeichen hat bereits vor mehr als drei Jahren eine Richtlinie für Reiseanbieter erstellt. Die Kriterien für Pauschalreisen beinhalten vor allem eine möglichst umweltschonende An- und Abreise. Dabei gilt, je weiter man reist, umso länger sollte man bleiben. Bewertet werden auch die Unterkunft, die eine Umwelt-Zertifizierung haben sollte, die Aktivitäten und hier vor allem die Mobilität vor Ort sowie die Informationen über den Umweltbezug der angebotenen Reise.

Anhand eines Punktesystems werden die verursachten CO2-Emissionen auf die Aufenthaltstage verteilt. Wird die Obergrenze von 220 kg/Tag unterschritten und werden genügend Pluspunkte in der Angebotsgestaltung erreicht, kann das Angebot zertifiziert werden. Ein Punkterechner auf der Website www.umweltzeichen-reisen.at hilft bei der Bewertung der Angebote.

Grundsätzlich ausgeschlossen sind Flugreisen für Kurzstrecken unter 700 km oder eine Aufenthaltsdauer von weniger als sieben Tagen sowie Reisen mit ökosensiblen Freizeitaktivitäten vor Ort, wie Jeeptouren oder Heliskiing.

Umweltzeichen Reisen in Werfenweng

Neue Richtlinie für 2012

Für 2012 wurde diese Richtlinie in mehreren Punkten überarbeitet und im Umweltzeichen-Beirat Mitte Dezember beschlossen. „Neu ist vor allem, dass auch die Anbieter selbst Kriterien im Bereich der Büroökologie bzw. bei der Kommunikation erfüllen müssen, um einzelne Angebote einreichen zu dürfen“, berichtet DI Otto Fichtl vom Verein für Konsumenteninformation. Man habe damit Synergien mit dem CSR-Gütesiegel „Tourcert“ geschaffen, das den Anbieter beurteilt und nicht einzelne Angebote wie das Umweltzeichen. Darüber hinaus wurde die Liste der Ausschlusskriterien um Kreuzfahrten, PKW- oder Flugrundreisen und Werbefahrten verlängert.
Neu ist auch, dass ab einem gewissen CO2-Ausstoß - etwa bei Flugreisen - Kompensationszahlungen angeboten werden müssen. Fichtl: „Die Obergrenze von 220 kg/Tag darf allerdings auch weiterhin nicht überschritten werden. Man kann sich also nicht freikaufen sondern muss bei einer hohen Umweltbelastung durch die An- und Abreise die Reisedauer entsprechend verlängern.“

Derzeit sind knapp 50 Reiseangebote von vier Reiseveranstaltern mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Die Reiseziele selbst liegen allesamt in Österreich. Mondial hat seine Öko-Angebote in einem eigenen Katalog „Fair Reisen“ zusammengefasst. Darüber hinaus gibt es Angebote von Austria Radreisen und der Oberösterreich-Touristik. Neu im Konzert der ausgezeichneten Reiseveranstalter ist die Mostviertel Tourismus GmbH, die Mitte Jänner auf der Wiener Ferienmesse offiziell das Umweltzeichen verliehen bekommen hat.