Umweltzeichen-Schulen fördern die Gesundheit
Umweltzeichen-Schulen fördern die Gesundheit
Österreichs Jugendliche trinken weit mehr Alkohol als ihre AlterskollegInnen in anderen Ländern, sie greifen früher als anderswo zum Glimmstängel, bewegen sich zu wenig, ernähren sich meist falsch und neigen in vielfältiger Weise zu Aggressionen. Schulen sind daher ganz besonders aufgerufen, dem entgegen zu wirken.
"Mit dem Umweltzechen für Schulen verbindet man in erster Linie
ökologische Maßnahmen wie etwa Mülltrennung und Energieeffizienz",
berichtet Elvira Kreuzpointner, die im Lebensministerium für das
Umweltzeichen im Bereich der Bildungseinrichtungen verantwortlich
ist. "Dass wir bei den Richtlinien auch viele gesellschafts- und
gesundheitspolitische Aspekte aufgreifen, ist wenig bekannt,
angesichts so mancher Entwicklungen jedoch besonders wichtig."
Bewegung
Mehr Bewegung ist eine ganz zentrale Forderung im Kriterienkatalog. Das erhöht die Leistungsfähigkeit und beugt Haltungsschäden vor. Ein paar Körperübungen, die in den Unterricht eingebaut werden, Bewegungsmöglichkeiten in den Pausen und in der Freizeit sind wichtige Ergänzungen zu den Turnstunden. Der Schulweg ist eine einfache Möglichkeit für genügend Bewegung zu sorgen, sofern Kinder nicht viel zu schwere Schultaschen schleppen müssen. Und weil die SchülerInnen trotz allem einen Großteil der Zeit hinter Ihren Schulbänken verbringen, sollten die Klassenzimmer sprich die Arbeitsplätze der SchülerInnen - nach ergonomischen Gesichtspunkten ausgestaltet sein. Haltungsschäden werden schon in jungen Jahren antrainiert und lassen sich später nur schwer korrigieren.

Gesunde Jause
Eine wesentliche Voraussetzung für die Gesundheit ist die richtige Ernährung. Fleischlose Angebote, saisonales Obst und Gemüse sowie einzelne biologische Produkte im Sortiment des Schulbuffets sind für Umweltzeichen-Schulen Pflicht. Darüber hinaus gibt es noch jede Menge Gestaltungsmöglichkeiten, vor allem im Bereich der Getränke. Ist die Sensorik jedoch schon auf Pizza, Burger, Chips und Zuckerwasser programmiert, ist es gar nicht mehr so leicht, mit gesunden Alternativen zu punkten. Der Austausch einzelner Produkte ist daher zu wenig. Die Information über gesundheitliche Vorteile dieser Maßnahmen sind wichtig für die Akzeptanz neu angebotener Produkte.
Lärm
Vielfach unterschätzt werden die gesundheitlichen Auswirkungen der Lärmbelastung, der wir ständig ausgesetzt sind. Daher hat die Lärmprävention hohe Priorität in den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens. Die Quellen dafür sind vielfältig sei es eine stark befahrene Straße, der Lärmpegel in den Klassen selbst oder die Betäubung der Ohren durch laute Musik aus dem Handy. Die Palette der möglichen Maßnahmen reicht von Schalldämmung bzw. Austausch der Fenster in straßenseitigen Klassenzimmern bis zur Errichtung von Ruheräumen. Schadstoffarmer Produkte bei der Einrichtung und bei den Reinigungsmitteln sind ebenfalls Teil des Kriterienkataloges.
Sucht
Ein zentrales Thema ist die Suchtprävention. Die statistisch erhobenen Zahlen im Bereich der Alkohol- und Nikotinsucht bei 12 bis 15jährigen Kindern geben Anlass zur Sorge. Dazu kommen noch andere Abhängigkeiten, vor allem Spielsucht und Drogen. Die Kriterien für Umweltzeichen-Schulen empfehlen, Informations- und Beratungsangebote für MitarbeiterInnen und SchülerInnen zu nutzen und eng mit Profis von Suchtpräventionsstellen zusammenzuarbeiten.
Gewalt
Zur sozialen Gesundheit gehört auch der Umgang mit Gewalt an der Schule. Auch hier sind die Zahlen aus verschiedenen Untersuchungen alarmierend. Dabei geht es sowohl um physische Gewalt ein Viertel der Jugendlichen sind davon betroffen als auch zunehmend um psychische Verletzungen wie etwa Mobbing über soziale Netzwerke. Umweltzeichen-Schulen sind aufgerufen, das Schulklima zwischen SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und Schulpersonal zu analysieren und Maßnahmen in Richtung Gewaltprävention und zur Etablierung einer positiven Konfliktkultur zu setzen.