Techniker für den Umweltschutz ausgebildet

Umweltschutz wird für Techniker zu einem wesentlichen Berufsfeld. Die Herausforderungen der Zukunft liegen in der Verbesserung der Energieeffizienz und in der Entwicklung neuer, nachhaltiger Technologien. Die HTBL Kapfenberg hat das in besonderer Weise erkannt.

 

Das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit ist Kern unserer Ausbildung, berichtet DI Helfried Komatz, Abteilungsvorstand und Umweltkoordinator an der Schule. In der Wirtschaft und Industrie werden zunehmend qualifizierte Umwelttechniker gesucht. Wir bereiten unsere Schülerinnen und Schüler optimal auf solche green jobs vor.

Umweltschutz bringt Kosteneinsparungen

Und das nicht nur in der Theorie sondern vor allem in der Praxis. So hat sich eine Projektgruppe im Zuge der Diplomarbeit die Heizanlage der Schule genauer unter die Lupe genommen. Durch ständige Abgasmessungen und die Optimierung der Steuerung konnte der Gasverbrauch um 10% reduziert werden. Das bringt eine Kosteneinsparung von jährlich 15.000 Euro.

Eine andere Idee der Schüler war eine neue Druckluftanlage für die Werkstätten. Bisher stand das System ständig unter Druck. Durch die Abschaltung an Wochenenden und in den Ferien konnten 12.000 kWh an Strom oder rund 1.200 Euro jährlich eingespart werden.

Kooperation mit Gemeinde

Die HTBL Kapfenberg ist darüber hinaus Partnerin von Firmen und Gemeinden in der Region, die auf die technischen Möglichkeiten an der Schule zurückgreifen können und immer wieder Projektaufträge vergeben. Zum Beispiel wurde für einen zehn km langen Straßenzug in Kapfenberg eine energieeffiziente Beleuchtung auf LED Basis entwickelt. Vier Tonnen weniger CO2 und 3.400 Euro Einsparung im Gemeindebudget pro Jahr sind das beeindruckende Ergebnis.

Seit vielen Jahren gibt es auch eine gute Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. So werden von einem italienischen Produzenten hundertausende Luftumwälzungen für Ladenbacköfen und Dampfgarer gebaut. Komatz: In einem Entwicklungsteam zusammen mit Firmen aus den USA, Großbritannien und Deutschland konnte der Prozess qualitativ verbessert und der Stromverbrauch um mehr als 10% gesenkt werden. In Summe sind dies 4MW pro Jahr nur bei diesem Produkt. Weitere Produktverbesserung speziell in der Lufttechnik starten und laufen momentan in den Labors.

Martina Binter, Martin Hinteregger und Martin Scherer aus dem 5. Jahrgang Maschinebau Anlagentechnik beschäftigten sich im Rahmen ihrer Diplomarbeit damit, wie die HTBL Kapfenberg das Österreichische Umweltzeichen erlangen könne und arbeiteten den Kriterienkatalog für die Schule aus. Sie beschäftigten sich intensiv mit den Themen Umweltmanagement, Umweltpädagogik, Beschaffung, Energie, Wasser, Abfall und Mobilität. Aber auch das Schulbuffet wurde unter die Lupe genommen. Der Buffetbetreiber konnte davon überzeugt werden, mehr an gesunden Speisen und Getränken anzubieten.

Damit das Umweltzeichen an der Schule auch nachhaltig, sprich langfristig funktioniert, setzten sie gleich zu Beginn auf die Verbreitung der Informationen über die Schulwebsite und eine Beratungsecke im Foyer. Damit sollen die MitschülerInnen und LehrerInnen aufgerufen werden, selbst aktiv einen Beitrag zu leisten. Weiters wurde auch ein Logo und der Slogan WE GO GREEN entwickelt.

Das Ziel, die Auszeichnung mit dem Österreichischen Umweltzeichen, wurde am 21. Mai 2012 im Rahmen eines Festaktes in Wien erreicht.